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Beten - Dank
Wie sagt man? Als die Verkäuferin an der Wursttheke eine große Scheibe Salami hinhält, greift der kleine Junge zu. Schon mampft er mit vollen Backen.
Wie sagt man? Die Mutter, etwas verlegen, möchte ihren Sohn doch noch dazu bewegen, danke zu sagen. Auch mit vollem Mund...
Wie sagt man? Die Erziehung zur Höflichkeit hat zwei Seiten. Danke sagen das gehört sich. Freundliche Umgangsformen erleichtern das Zusammenleben. Einerseits. Andererseits kann das Danke auch zu einer steifen Pflichtübung verkommen. Nämlich dann, wenn ein Kind beklemmenden Druck verspürt, weil man den Dank für die Wurstscheibe oder für das Geschenk von Tante Cornelia erwartet.
Anders ist es, wenn der Dank von Herzen kommt. Dann ist es ein inneres Bedürfnis, danke zu sagen.
Trotzdem: Den Dank vergisst man leicht. Was ein anderer für mich getan hat, im Großen oder im Kleinen, gerät oft in den Hintergrund, ich verliere es aus dem Blick, denke vielleicht noch mal kurz daran: Ach ja, ich sollte und wollte mich doch noch bedanken, aber dann bleibt es nur beim guten Vorsatz. Und irgendwann ist es so spät, dass es schon peinlich wirken würde. Also lasse ichs dann eben. Dabei gibt es so einfache, aber schöne Möglichkeiten, den Dank zum Ausdruck zu bringen. Dem Kollegen eine kleine Süßigkeit auf den Schreibtisch legen. Der Nachbarin ein Glas von der selbstgemachten Marmelade vorbeibringen. Dem hilfsbereiten Bekannten, ganz altmodisch, einen Brief schreiben...
Gott gegenüber habe ich allen Grund, dankbar zu sein. Ich verdanke ihm schließlich mein Leben. Schon in der Bibel gibt es offenbar die Erfahrung, dass der Dank an den Schöpfer manchmal zu kurz kommt:
Sprecherin: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat (Psalm 103,2 )
Im 103. Psalm ermahnt einer sich selber, das Lob und den Dank nicht zu vergessen. Dahinter steht die Selbsterkenntnis: Ich weiß, ich neige dazu, Gottes Güte als selbstverständlich hinzunehmen. Ich muss mich immer wieder daran erinnern, was er mir Gutes getan hat.
Meistens bete ich, wenn ich etwas will, brauche, in Not bin. Das ist gut. Ausdrücklich ermutigt Jesus dazu. Oft aber bleibt es dabei. Das Danken verliere ich leicht aus dem Blick, ich kenne mich. Das ist menschlich. Aber ich kann mir wie der Psalmbeter sagen: Vergiss nicht...
Nun ist mir gewiss nicht immer nach danken zumute. Dann muss ich es auch nicht erzwingen, muss mich nicht verpflichtet fühlen, sonst wirds eben eine Pflichtübung.
Aber oft gibt es wunderbare Anlässe zum tief empfundenen Dank, im Kleinen wie im Großen. Dafür will ich empfänglich werden. Vielleicht ist es die Gesundheit. Ein Mensch, den ich liebe. Die Bewahrung vor einem Unfall. Das strahlende Lächeln eines Fremden. Ein Kind, das sich seines Lebens freut.
Dann merke und spüre ich: Dank tut mir gut. Dank gegenüber Gott und meinen Mitmenschen. Wenn ich lobe, lebe ich auf.
Liebe Hörerinnen und Hörer, ich wünsche Ihnen, dass Sie heute etwas erleben, das Sie von Herzen dankbar sein lässt.
Beten - Dank
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