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Manni Breuckmann und die Fußball WM in Südafrika
Autor: Wenn es einen Fußballgott gibt, dann kann er in den nächsten Wochen, während der WM auf "unserem Kontinent", nur ein Schwarzer sein,
verkündet stolz und schmunzelnd der ghanaische Pastor im Gottesdienst einer afrikanischen Gemeinde in Düsseldorf. Ob der liebe Gott bei Fußballspielen Farbe bekennt, weiß vielleicht am besten Manni Breuckmann, langjähriger Fußballexperte des WDR:
O-Ton: Aber wenn ich das jetzt au f'ne ernsthafte Spur bringe, dann muss ich sagen. Gott lässt sich nicht vereinnahmen für die Belange von Fußballspielen. Er steht über den Dingen im wahrsten Sinne des Wortes.
Autor: Über den Dingen, für die nicht er, der Höchste, verantwortlich ist, sondern allein die Menschen.
O-Ton: Er steht auch über den Kriegen, und er wird missbraucht, wenn man ihn die Waffen segnen lässt. Also, für solche Auseinandersetzungen ist Gott als Partei nicht geeignet.
Autor: Wofür er nicht nur geeignet, sondern von sich aus mit ganzer Leidenschaft auf dem Plan ist, daran lässt die Bibel keinen Zweifel: Jeder Mensch, jede Gruppe, jede Regierung, die für den Frieden, für Gerechtigkeit und den Schutz von Schwachen und Benachteiligten eintreten, sie alle dürfen Gott ganz parteiisch an ihrer Seite wissen. Also auch die, die dafür kämpfen, dass die so unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in Südafrika näher zusammenrücken. Möglicherweise auch durch die gemeinsame Begeisterung für die Fußball WM. Gott ist definitiv nicht z.B. für Manuel Neuers Strafraumbeherrschung zuständig. Aber jedem Kampf und Eintreten für Versöhnung gibt er seinen Segen.
O-Ton: Fußball ist ein Männer-Machosport mit ganz klar definierten geschäftlichen Hintergründen, und entsprechend wird er auch betrieben, und wer da Depressionen hat, der isn Weichei.
Autor: Sagt Manni Breuckmann im Rückblick auf die Geschehnisse um den Suizid von Robert Enke im vergangenen Jahr. Selbstverständlich kann keiner erfolgreich Fußball spielen, der auf Dauer an Depressionen leidet.
O-Ton: Aber dass man Schwächen ganz generell nicht zulässt, das muss nicht sein. Damit wird der Erfolg nicht gefährdet, wenn man Schwächen auch zulässt, und sich darum kümmert.
Autor: Da können die Deutschen noch einiges von den Afrikanern lernen. Die lieben nämlich auch Eto'o aus Kamerun oder Drogba von der Elfenbeinküste, selbst wenn die mal wieder vor lauter Kreativität im entscheidenden Augenblick versagen und das Tore schießen vergessen. Von ihren Fans , werden sie trotzdem auf Händen getragen. Verlierer brauchen Rückendeckung. Beim Fußball ist das so und im Leben. In Afrika weiß man das offenbar besser als bei uns. Auch, dass es im Leben Wichtigeres gibt als den Fußball.
O-Ton: Die absolute Leistungsorientierung im Sport hat etwas Inhumanes in meinen Augen. Für mich ist es ganz generell betrachtet, weniger erstrebenswert, die 100 Meter in 9,0 Sekunden zu laufen, als ein soziales Miteinander der Menschen, mit Integration der Schwachen.
Autor: Die WM in Südafrika wie auch die nächsten olympischen Spiele in London, sie müssen die schönste Nebensache der Welt bleiben. Also, seien wir gespannt, was die WM den Afrikanern bringen wird und uns Europäern. Vielleicht ja sogar ein paar neue Einsichten, denen auch Gott seinen Segen gibt.
Manni Breuckmann und die Fußball WM in Südafrika
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