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Feiertage
Monatsspruch: Denn so spricht der Herr zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben. (Amos 5,4)
Feiertage sind toll und sinnvoll. Zeit zum Auftanken, Beziehungen pflegen und etwas unternehmen. Feiertagsunternehmungen von meiner Frau und mir gehen aber leider viel zu oft schief. Egal ob selbst- oder unverschuldet: Irgendwie ist da der Wurm drin. Das aktuellste Beispiel ist gerade vor ein paar Wochen, an Pfingsten, passiert: Der geplante und vorfreudenreiche Ausflug in den Zoo stand an. Zusammen mit Freunden, die wir lange nicht gesehen hatten. Doch kurz vorher werde ich krank. Aber so richtig. Und ganz ehrlich: Da habe ich mir nicht nur das schöne Wetter vom Bett aus angeschaut, sondern auch die Bedeutung des christlichen Festes ist sang- und klanglos an mir vorüber gezogen. Ich war zu krank und zu gefrustet. Anhand solcher Erlebnisse habe ich gemerkt, dass die kleinen Feiertage mitten im Alltag manchmal mindestens genauso effektiv sind wie die großen und gar nicht so ausführlich geplant werden müssen. Ein Arztbesuch wird einfach mit einer ausgiebigen Shoppingtour kombiniert, statt abends noch zu kochen, gehen wir spontan zum unserem Lieblingsitaliener oder ich verabrede mich mit einem Freund zum Fußball gucken, obwohl ich theoretisch noch an den Schreibtisch müsste. Und abends denke ich: Mensch, so ein schöner Tag. Das hätte ich gar nicht erwartet. Das war wie ein Stückchen Himmel. Mitten im ganzen Alltagsstress.
Diese Taktik versuche ich auch auf meine Beziehung mit Gott zu übertragen. Ich finde es sehr sinnvoll, am Sonn- und Feiertag in den Gottesdienst zu gehen, dort Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben, etwas von Gott zu hören und zu beten. Aber manchmal habe ich keine Gelegenheit einen Gottesdienst zu besuchen, dann und wann auch mal keine Lust und gelegentlich gehe ich mit enttäuschten Erwartungen aus der Kirche. Schnell denke ich: Dann ist es wohl nicht so weit her mit meiner Gottesbeziehung und bin noch enttäuschter. Was mir dann hilft, ist unter der Woche dranzubleiben, Gott in meinem Alltag zu suchen und ihn in denselben mit hinein zu nehmen. Da werde ich ganz schön überrascht. Zum Beispiel von den eben beschriebenen Spontanunternehmungen. Ich erlebe eine tolle Zeit mit meiner Familie oder Freunden und merke: Gott ist dabei, er freut sich darüber, dass es mir gut geht und ich einfach eine gute Zeit habe. Und ich glaube, dass Gott genauso mit mir enttäuscht ist, wenn ich an Pfingsten trübsinnig an die Decke starre und traurig bin über meine Krankheit.
Wir geben unser Engagement nach der perfekten Feiertagsplanung übrigens nicht auf. Irgendwann klappt es. Da bin ich mir sicher. Genauso möchte ich die Suche nach Gott im Alltag auch nicht aufgeben. Am Sonntag weiß ich ungefähr, wo ich suchen muss, um mehr von ihm zu erfahren. In meiner Gemeinde zum Beispiel. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass er auch an Werktagen rund um die Uhr für mich ansprechbar ist. Diese Überzeugung möchte ich noch konsequenter umsetzen. Ganz niedrig schwellig. Mit einer Runde joggen nach Feierabend. Dabei kann ich mit Gott plaudern. Wie es mir gerade geht und was ich am nächsten Wochenende plane. Oder auch über das schwierige Gespräch, das am nächsten Tag ansteht. Gott hört zu und freut sich darüber, dass ich ihn in dieser Situation suche. Und in mir bahnt sich eine Portion Ruhe, Entspannung und vielleicht ein wertvoller Gedanke den Weg. Ein Treffen mit Gott ist kein hochoffizieller Akt. Auch nicht am Feiertag. Probieren sie es doch mal aus.
Feiertage
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