Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

22.05.10, Kerstin Hanke

Kreuz in quietschgelb

Marie wünscht sich einen quietschgelben Grabstein. Bei Basti soll ein Totempfahl errichtet werden und Manni nimmt sein Motorrad mit ins Grab.

Dank des neuen Bestattungsgesetzes ist nun vieles möglich. Privat betriebene Friedhöfe gibt es nicht nur für Haustiere. Keine Verordnungen, keine religiösen  Vorbehalte sprechen dann mehr gegen ausgefallene Wünsche. Eigentlich nur folgerichtig in einer Zeit, in der alles möglich ist, wenn ich es denn nur bezahlen kann.

Wenn ich die gleichförmigen Grabreihen auf Friedhöfen entlanggehe, dann frage ich  mich schon: Was bleibt mal von mir? Nur ein verwechselbarer Grabstein? Ich freue mich, wenn ich an einem Grab dann etwas Persönliches entdecke, einen Teddybären oder einen Liebesbrief an einem Blumenstrauß. Denn der Tod wiegt schwer. Nur - gelbe Grabsteine allein machen ihn nicht unbedingt leichter.

Jedes Grab zeigt mir: Wir sind nichts und wir sind alles durch die Liebe. Liebe von unserer Familie, von unseren Freunden und - von Gott.  Ein Kernsatz  des christlichen Glaubens heißt: Das Grab ist nicht das Ende. Das hoffe ich und  daran glaube ich. Deshalb wünsche ich für mich nur ein Kreuz auf meinem Grab. Aber quietschgelb wäre schon schön.

Sprecherin: Bettina Förster

Audiobeitrag Kreuz in quietschgelb


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