Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

17.05.10, Christiane Birgden

Kirchentagsbegegnungen

Letzte Woche war wieder Kirchentag, diesmal ökumenisch, d.h. evangelisch und katholisch zusammen, in München.

Wer’s nicht kennt: Kirchentage sind so eine Art „Woodstock für Christen“. Die Stadt ist voller Menschen, überall ist Musik, hunderte von Workshops. Das Leben findet vor allem auf der Straße statt. Geschlafen wird auf Isomatten in Sammelquartieren in Schulen und Turnhallen.

Kirchentag, das ist auch immer so eine Zeit zum experimentieren. Ich war wie immer mit ein paar Freunden da. In München angekommen mussten wir am Hauptbahnhof erstmal auf unsere bayrischen Freunde warten, die wollten uns eigentlich abholen, aber steckten im Stau.  Wir hatten also viel Zeit, die Menschen zu beobachten, die aus dem Hauptbahnhof heraus kamen: Woher kommen sie wohl, was machen sie beruflich und so weiter. Warum eigentlich nicht einfach ansprechen, hat sich Ricarda überlegt und ist auf eine alte Frau zugegangen, die sich mit einem schweren Koffer abschleppte. Darf ich ihnen helfen?, hat sie gefragt, und ob sie auch zum Kirchentag hier wäre? - Kirchentag, was ist das denn, sagte die alte Frau, und schon waren wir im Gespräch. So ging das locker weiter: Wir lernte eine Nonne aus Südafrika kennen, ein Gitarist aus Dresden und zwei Ökoaktivisten aus Brasilien. Die zwei Stunden waren extrem schnell rum.

Schade eigentlich, dass man sich das sonst nicht so traut, sagte Ricarda, denn eigentlich hat jeder was zu erzählen.

Sprecherin: Bettina Förster

Audiobeitrag Kirchentagsbegegnungen


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