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Wüstenzeiten
Zur Zeit mag ich mich nicht so gerne leiden, seufzt meine Freundin Judith. Ihr Studium ist abgeschlossen und jetzt?
Sie arbeitet erstmal im Biomarkt, spart für eine Reise in den Libanon. Und was dann? Wendepunkte sind harte Zeiten. Unsicherheit ist schwer auszuhalten.
Es gibt Wüstenzeiten im Leben, hat Margot Käßmann, die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, vor ihrem Rücktritt in einer Talkshow gesagt hat:. Zeiten, in denen es schwer ist, in denen man sich einsam und verlassen fühlt. Wie das Volk Israel, dass durch die Wüste gewandert ist oder wie Jesus, der in der Wüste dem Teufel begegnet ist. Mir gefällt das Bild von der Wüste und ich denke an meine eigenen Wüstenzeiten.
Gerade in diesen Zeiten bete ich oft, hoffe auf Hilfe, Liebe, Sinn. Davon geht die Angst nicht weg. Aber sie ist auszuhalten. Und ich bin für mich auszuhalten. Eine Art Zwiegespräch, in dem ich alles sagen kann, ohne darüber nachzudenken, was ich meinem Gegenüber zumuten kann.
Im Rückblick, sagt Margot Käßmann, sind es gerade diese Zeiten, in denen sich etwas tut. Ich bin allein, finde zu mir. Nachher kenne ich mich besser. Weiß etwas mehr, wer ich bin. Judith kann nur milde lächeln. Aber ich bin gespannt auf die, als die sie in ein paar Monaten von der langen Reise zurückkehren wird.
Sprecherin: Christiane Birgden
Wüstenzeiten
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