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Liebst du mich?
Das war schon eine seltsame Geschichte, damals, am See Genezareth. Ein paar Tage, nachdem die Römer gezeigt hatten, wer im Land die Hosen anhat.
Nachdem sie den Mann aus Nazareth ans Kreuz genagelt hatten, getötet hatten. Seine Freunde: schockiert, eingeschüchtert. Ganz so, wie die Römer das auch wollten.Ruhe im Lande. Grabesruhe.
Sie sind zurück gegangen, seine Freunde. Zurück dahin, wo alles angefangen hatte. Zurück zu ihren Hütten und Booten und Netzen. Der Alltag hatte sie wieder. Aus der Traum.
Jeder Angler weiß: Fischen klappt am besten im Dunklen, nachts. Normalerweise. Heute aber nicht. Die ganze Nacht umsonst um die Ohren gehauen. Nichts gefangen. Und als sie zurück kamen, war da dieser Mann am Ufer. Landratte. Und dann gab er auch noch gute Tipps: Die Netze noch mal auswerfen, aber auf der anderen Seite. Als ob das nicht egal wäre. Aber er ließ nicht locker. Sie taten ihm den Gefallen. Hier bitte. Zufrieden?
Und ob sie das waren. Plötzlich waren die Netze voll. Da haben sie ihn erkannt. Die Frauen hatten also recht gehabt er war wirklich wieder da. Der Mann aus Nazareth. Unerklärlich, wunderbar, schön!
Ja, und dann saßen sie am Feuer, haben Fische gegrillt, und sich über die alten Zeiten unterhalten, froh, dass sie ihn wieder hatten. Und plötzlich fragt er: Simon, sag mal: liebst du mich? Und Simon, immer vorne mit dabei wenn es um eine Rauferei geht, immer ne große Klappe und geradeheraus, der Lautsprecher Petrus, wird plötzlich ganz leise. , Ja, klar, mag ich dich
Da war plötzlich kein gezogenes Schwert mehr, mit dem er jemandem die Ohren abhauen wollte. Da war keine Rede mehr von Ich folge dir überall hin, ich werde für dich sterben!
Simon, liebst du mich? Ja, ich hab dich gerne
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Vorsichtig ist er geworden, der Simon, unsicher und zurückhaltend. Hat sich verändert seit jener Nacht, als sie Jesus abholten. Es scheint, dass er nach jener Nacht nicht mehr laut lospoltern kann: "Ja! Ich liebe Dich! Über Alles!". Vielleicht hat er gelernt, dass er eine Menge anderer Dinge hat, die ihm auch wichtig sind. Sein eigenes Leben zum Beispiel.
Dreimal hat er in jener Nacht bestritten Jesus auch nur zu kennen. Und dreimal fragt ihn Jesus jetzt nach seiner Fähigkeit zu lieben. Aber ohne Anklage. Ohne Hohn oder Zynismus. So, als ob er ihm wieder Mut machen wollte. Als ob er den alten Lautsprecher wieder wecken wollte, ihm die Zweifel nehmen, die seit jener Nacht an ihm nagten.
Dreimal hat er ihm gesagt, was zu tun ist. Liebst du mich? Dann folge mir nach. Und Simon hat es verstanden: Es geht nicht um famose Treueschwüre oder besondere Kampf-Leistungen.
Nachfolge heißt nachgehen, nachahmen. Sich in den Dienst der Liebe nehmen lassen, das heißt auch, das Kreuz auf sich nehmen, hinsehen in die Schattenseiten des Lebens und hingehen zu denen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Nachfolge im Dienst der Liebe. Das ist das Fundament der Kirche, Als Simon das verstanden hat, da war er wieder Petrus, der Fels, das Fundament, auf dem Jesus seine Kirche bauen will.
Und sie? Lieben sie Jesus?
Liebst du mich?
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