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"Wegbegleiter" - Der Weg nach Emmaus
Guten Morgen liebe Hörerin und Hörer! In der biblischen Geschichte für den Ostermontag gehen zwei Jünger nach Jesu Kreuzigung von Jerusalem nach Emmaus.
Sie unterhalten sich auf dem Weg über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Sie sprechen über die Kreuzigung Jesu, über das mysteriöse Verschwinden seines Leichnams und von einem Engel, der den Frauen am Grab versichert hat, dass Jesus noch lebt.
Sie sprechen unterwegs über ihre Trauer, über den Verlust und vom Ende ihrer Hoffnungen auf eine bessere Welt. Ihre Stimmung ist niedergeschlagen, traurig. Viele von uns haben schon den Tod eines uns nahe stehenden Menschen erlebt sie können die Stimmung der Jünger nachvollziehen.
Auf dem Weg nach Emmaus gesellt sich ein weiterer Wanderer zu den Jüngern und kommt mit ihnen ins Gespräch. Auf seine Frage, warum sie so traurig sind, berichten ihm die Jünger über die Geschehnisse der letzten Tage in Jerusalem.
Der fremde Begleiter ist aufgebracht über ihren Kleinglauben. Er weist sie hin auf die Prophezeiungen des Alten Testaments. Dort ist aufgeschrieben, welchen Leidensweg der Erlöser zu gehen hat, um die Welt zu retten und den Menschen Hoffnung zu geben.
Die drei kommen in Emmaus an. Dort laden die beiden Jünger ihren Begleiter ein mit ihnen zu rasten und gemeinsam zu essen. Und erst als er das Brot mit ihnen sehr bekannten Gesten und Worten segnet, erkennen sie Jesus selbst in ihrem unbekannten Wegbegleiter.
Sie eilen zurück nach Jerusalem und berichten den anderen Jüngern von ihrer Erscheinung.. Erst jetzt glauben sie wirklich, dass Jesus nicht gestorben ist, sondern lebt. Dass die Hoffnung nicht verloren ist, sondern mit großer Freude weiter verkündet werden kann. Sie haben erlebt, dass Jesus selber ihr Wegbegleiter bleibt, ihre Lebensfragen beantwortet und ihnen Orientierung gibt.
Diese Geschichte von den Emmausjüngern ist alt und dennoch ganz neu. Sie ist die Geschichte der Jünger und dennoch unsere Geschichte, weil auch wir hin und wieder zweifeln an Gottes Liebe. Wenn wir in unserem Leben unterwegs sind und uns die Welt anschauen mit all den Kriegen und Naturkatastrophen, dann scheint ein solcher Zweifel oft berechtigt. Und auch die schwierigen Zeiten in unserem eigenen Leben lassen uns oft an der Liebe und Begleitung Gottes zweifeln.
Doch der Weg der Jünger nach Emmaus macht uns klar: Gott geht mit uns auf unserem Weg. Er wirkt oft durch fremde Menschen, die uns ein Stück unseres Lebens begleiten. Und genau wie die Emmausjünger erkennen wir diese Begleiter oft erst sehr spät, manchmal auch gar nicht. Aber ihre Begleitung tut uns gut. Friedrich von Bodelschwingh war ein solcher Begleiter für viele Menschen. Seines 100. Todestages haben wir am vergangenen Karfreitag in Bethel gedacht. Er war der große Gestalter und Ideengeber für ein heute umfassendes diakonisches Hilfswerk.
Er ist Menschen ohne Vorurteile begegnet, er hat an ihre Fähigkeiten geglaubt und sich nicht irritieren lassen von ihren Behinderungen oder sonstigen Einschränkungen. Er hat ihnen mit kreativen Lösungen Hilfestellungen zum Leben gegeben und sich dabei oft über die Entscheidungen seines Vorstandes hinweg gesetzt.
Und nachdem er sich überzeugt hatte, dass sie in entsprechenden Häusern und Werkstätten gut aufgehoben waren, hat er sie abgegeben an die nächsten Begleiter. An Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich um das Wohlergeben der benachteiligten Menschen gekümmert haben.
Liebe Hörerin und Hörer, diese Erfahrung von Ostern wünsche ich Ihnen allen, dass die Gegenwart des lebendigen Christus Ihnen erfahrbar wird in Menschen, die Sie ein Stück ihres Weges begleiten. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Freude von Ostern in Ihren Alltag mit hinein nehmen können, dass Sie daraus Kraft und Mut schöpfen und selber zu Wegbegleitern für Menschen an Ihrer Seite werden können.
"Wegbegleiter" - Der Weg nach Emmaus
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