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Heilige Orte
Lieblingsplätze sind was Wunderbares. Hast du schon einen? So fragt ein schwedisches Möbelhaus auf seinem Katalog Cover.
Sie haben sich vielleicht gerade aus einem ihrer Lieblingsplätze herausgeschält: ihrem warmen Bett oder sind einem erfrischenden Ort entsprungen: der Dusche. Wenn unser Organismus langsam in Schwung gekommen ist und nun die unterschiedlichen Aufgaben des Tages bewältigten muss, brauchen wir zwischendurch Plätze zum Erholen und Durchatmen.
Wo ist ihr Lieblingsplatz zum Nachdenken, ihr ganz persönlicher Denk - Dom? Ich meine den Raum oder den Platz in der Natur, an dem sie sich frei fühlen, quer denken oder sich entspannen können. Einen Ort vielleicht aus ihrer Kindheit - an dem sie eine innere Verbundenheit zur Welt, etwas über sich Hinausgehendes empfinden.
Gott finde ich im Wald, höre ich immer wieder. Besondere Flecken in der Natur können uns beflügeln und eine Verbindung zu Gott herstellen. Ein schattiges Plätzchen in den Bergen, die Weite des Strandes oder ein besonderer Baum können uns Kraft und Gelassenheit geben. Aber solche Orte in der Natur sind leider nicht immer, schnell und unkompliziert zu erreichen. Es gibt jedoch auch Alltagsorte die das gleich auslösen können, auch wenn dazu manchmal ein zweiter Blick notwendig ist.
Vielleicht ein spezielles Café, das Auto, ein Treppenabsatz im Flur, das Zugabteil, ein Museum oder sogar das Stille Örtchen? So unterschiedlich wir sind, so individuell sind auch die Orte, die für uns dieses spirituelle Potenzial besitzen. Orte die Schutz bieten. Orte, an denen wir uns lebendig fühlen, die uns wieder gelassener machen.
Verfolgt und bedroht sucht jemand Schutz im Tempel. Er bittet eindringlich um Hilfe: "Herr, schaffe mir Recht, so steht es im 26. Psalm, denn ich bin unschuldig" und er bekennt: "Ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt." Der Verfolgte nennt zwei Plätze: Den Tempel und einen Ort, der überall sein kann: der Ort, an dem Gottes Ehre wohnt. Wir können den göttlichen Wirkungsbereich nicht eingrenzen. Zum Beten, Loben, Nachdenken sind längst nicht nur die Gebäude geeignet, die extra dafür gebaut wurden. Dies zeigen uns schon die Plätze in der Bibel. Ein Stall, der Bauch eines Wals, ein brennender Dornbusch in der Wüste, im Gefängnis, am Brunnen. An jedem Ort dieser Welt kann Gott uns fühlen lassen: "Hier bin ich und hier bin ich für dich da."
Wir sind es gewohnt, dass unseren Räumen unverwechselbar bestimmte Funktionen zugeordnet sind. Hier die Küche zur Essensvorbereitung, dort das Badezimmer für die Körperpflege, zwei Straßen weiter die Kirche zum Beten. Welche Bedeutung sie für uns besitzen, hat allerdings nur damit zu tun, was wir hinein deuten und was wir dort erlebt haben. Manchmal sind es Orte, die aufgrund ihrer Vergangenheit, der besonderen Lichtverhältnisse oder der Ruhe, die sie ausstrahlen, eine einzigartige Wirkung auf uns besitzen.
Suchen Sie ihren persönlichen, ungewöhnlichen Raum mit geistlichem Aroma und nutzen sie ihn regelmäßig. In einer Welt mit einem Überangebot an akustischen und optischen Reizen sind diese Räume besonders wertvoll. Kriechen Sie dorthin zurück, um frisch Erlebtes zu verdauen, um auf Neues, Unvorhergesehenes reagieren zu können und das Unerhörte zu verarbeiten. Und sollten sie einen solchen Rückzugsort noch nicht entdeckt haben, dann begeben sie sich doch mal auf die Suche nach ihrem heiligen Ort, an dem sie eine innere Verbundenheit zur Welt und zu Gott empfinden. Es lohnt sich.
Heilige Orte
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