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Nicht alles nützt
Guten Morgen liebe Jäger und Sammler. Auch heute wird uns unser Ur-Instinkt wieder antreiben, Dinge zu jagen und zu sammeln.
Die Objekte unserer Begierden haben sich im Laufe der Evolution zwar verändert, der ursprüngliche Steinzeitreflex íst aber geblieben. Heute sind wir Informationsjäger und sammler. Informationen bringen Vorteile, können sogar lebenswichtig sein. In der Informations-Nahrungskette siegt der, der am schnellsten und effektivsten Nachrichten sendet und empfängt. Wir wissen mehr als je zuvor und trotzdem: Am Ende des Tages haben wir immer noch Sorge, etwas verpasst zu haben.
24 Stunden wird gesimst, gemailt, getwittert, geblockt, gechattet: Tag und Nacht erreichen uns beruflich wie privat Informationen. Mette ist da. Geboren am 19. Februar, 21.45 Uhr, 57 cm 4070 g! Bereite mich noch auf die Prüfung vor, ess noch nen Joghurt und geh dann ins Bett. Gute Nacht ihr Süßen. Neuste Informationen über die Krise: Die Nachrichten aus der Branche sind widersprüchlich, hier ein Link für Interessierte. Ich bin begeistert von vielen technischen Errungenschaften und sammle, jage und tausche gerne private, berufliche wie politische Informationen.
Die digitalen Technologien haben eine befreiende Wirkung. Sie übernehmen die Speicherung unseres Wissens. Die Medien ordnen das Besondere und eigentlich Wichtige, sie bringen die Ereignisse in eine Rangfolge und machen das Weltgeschehen scheinbar nachvollziehbar. Das jugendliche Gehirn hat sich bereits angepasst. Es hat seine Struktur verändert und kann die Datenflut besser und schneller organisieren und umsetzen. Doch trotz der Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns: Die Dinge addieren sich. Unsere Nerven und Aufnahmefähigkeit haben eine Schmerzgrenze.
Wir können die Informationsflut nicht bändigen, aber sie richtig nutzen. Es gibt sogar mittlerweile Büros, in denen eine Stunde proTag jedwede Form der virtuellen Kommunikation verboten ist. Keine Mails, kein Internet, kein Handy: nur das direkte Gespräch zwischen den Mitarbeitern oder einfach mal Ruhe. Auch Familien mit heranwachsenden Kindern müssen mittlerweile Zeiten aushandeln, wenn sie ungestört miteinander sprechen wollen. Beim Mittagstisch heißt es dann: Handy und Ipod aus, Nitendo weg, Laptop zu. Individuelle Freiräume ohne elektronische Kommunikation zu reservieren, ist notwendig. In Partnerschaften gemeinsam offline gehen, wird in Zukunft eine neue wichtige Disziplin werden.
Bei einer Überdosierung von Informationen verliert nämlich das Leben an Intensität, unser Gefühlsleben erlahmt. Der Geist kann etwas, wozu der Computer nicht fähig ist: kreativ sein und neue Perspektiven entwickeln!
Versuchen sie doch mal bewusst die Unberechenbarkeit des menschlichen Denkens zu nutzen. Also, weg von der Tastatur zurück ins Leben. Auf sich selbst vertrauen und ausreichend Erfahrungen sammeln, so bleiben wir alltagstauglich. Auch die Bibel weiß: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles nützt. Alles ist mir erlaubt, aber ich werde mich von nichts beherrschen lassen. (1 Kor 6,12) Auch nicht von den modernen Kommunikationstechnologien.
Nicht alles nützt
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