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Reine Bequemlichkeit
Meine Freundin Saskia ist entsetzt. Der Biolehrer ihrer Tochter hat, nachdem sie im Unterricht einen Film über Massentierhaltung gesehen hat, gesagt:
Also: entweder ihr esst ab sofort kein Fleisch mehr oder ihr überzeugt eure Eltern ab sofort nur noch Biofleisch zu kaufen.
Saskia ist empört. Sie findet das einen Eingriff ihre Privatsphäre. Das geht den doch gar nicht an, wettert sie.
Ich bin gar nicht entsetzt, ich bin viel mehr beeindruckt, dass dieser Lehrer sich getraut hat, so klar zu dem zu stehen, was ihn überzeugt hat. Und frage mich, warum ich mich so schwer tue, öffentlich zu meinen Überzeugungen zu stehen.
Irgendwie gilt es gerade zu als Wert, den anderen gewähren zu lassen, niemandem reinzureden. Leben und leben lassen, davon halte ich viel. Aber eigentlich ist die Grenze der Toleranz ja da erreicht, wo andere geschädigt werden. Wie im Beispiel der Massentierhaltung die Tiere.
Wenn ich ehrlich bin, bin ich meistens einfach konfliktscheu und auch zu faul was zu sagen. Ich will mir einfach die Diskussion ersparen. Das ist dann weniger Toleranz als reine Bequemlichkeit.
Sprecherin: Bettina Förster
Reine Bequemlichkeit
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