Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

25.03.10, Pfarrer Erhard Ufermann

„Stück vom Himmel“ von Herbert Grönemeyer

Musik: Warum in seinem Namen, Wir heißen selber auch, Wann stehen wir für unsere Dramen, Er wird viel zu oft gebraucht, Alles unendlich, unendlich

Autor: singt Herbert Grönemeyer in seinem „Stück vom Himmel“ - einer Annäherung an die Frage, warum Menschen Religionen missbrauchen. Auch um Kriege zu führen. So wie zuletzt im Irak und Afghanistan.

Musik: Welche Armee ist heilig Du glaubst nicht besser als ich
Die Bibel ist nicht zum Einigeln Die Erde ist unsere Pflicht
Sie ist freundlich, freundlich, wir eher nicht

Autor: Wer „im Namen Gottes“ handelt, macht Gott für seine eigenen Taten verantwortlich und versteckt sich dahinter. Immer wieder wurde und wird „in seinem Namen“  unglaubliches Unrecht gerechtfertigt. Gott aber hat uns die Erde überlassen. Sie ist unsere Aufgabe. Wir sind für das verantwortlich, was wir tun. Niemand sonst.

Musik: Ein Stück vom Himmel Ein Platz von Gott Ein Stuhl im Orbit Wir sitzen alle in einem Boot Hier ist dein Haus Hier ist, was zählt Du bist überdacht Von einer grandiosen Welt

Autor: Unsere Erde „ein Stück vom Himmel, ein Platz von Gott“ - ein schönes Bild für eine vergessene theologische Aussage: Heute und hier, im Umgang miteinander, mit sich selbst und mit der Natur erweist sich Leben. Was wir tun oder unterlassen, bildet bereits heute ein Stück vom Himmel ab oder lässt die Erde zur Hölle werden.

Musik: Es sind  Geschichten Sie einen diese Welt Nöte, Legenden Schicksale, Leben und Tod Glückliche Enden Lust und Trost

Autor: Es sind tatsächlich „Geschichten“, die verbinden. „Religion“ meint: Anbindung an etwas, das vor einem war. Die großen Religionen wie der Islam, das Judentum und das Christentum gründen sich wesentlich auf Geschichten. Erst später kam die Moral, die Frage nach der richtigen Lehre und der Macht. Damit begann der Missbrauch des Namens Gottes. In seinem Namen werden seit jeher Kriege geführt - auch um von den eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen abzulenken. Und Kirche und religiöse Institutionen ließen sich benutzen. Als fordere Gott Opfer oder Krieg zwischen seinen Geschöpfen.

Musik: Es gibt keinen Feind Es gibt keinen Sieg Nichts gehört niemand alleine
Keiner hat sein Leben verdient

Musik: Es gibt genug für alle Es gibt viel schnelles Geld
Wir haben raue Mengen Und wir teilen diese Welt Wir stehen in der Pflicht

Autor: „Es gibt keinen Feind, es gibt keinen Sieg.“ Wir teilen diese Welt. „Die Erde ist freundlich“, singt Grönemeyer – und ich ergänze: `Gott ist freundlich` – „Warum wir eigentlich nicht?“

Musik: Die Erde ist freundlich Warum wir eigentlich nicht

Audiobeitrag „Stück vom Himmel“ von Herbert Grönemeyer


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