Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.03.10, Pastor Christoph Neumann

Mit Musik geht vieles besser

Mit Musik geht vieles besser. Das kann die lange Autofahrt sein. Als unsere Kinder klein waren und wir mit dem Auto an die See zum Urlaub fuhren,

haben wir ihnen Kinderlieder vorgesungen. Und wenn unser Repertoire zu Ende war, haben wir eine CD eingelegt. So wurde die Fahrt wenigstens für eine kurze Zeit stressfreier, weil das Genörgel der Kinder: Wann sind wir endlich da? Zumindest eine Zeitlang verstummte.

Wer gerne wandert, weiß: Ein Lied auf den Lippen lässt den Weg leichter werden. Und auch die Arbeit geht leichter von der Hand. Wenn im Treppenhaus das Singen wunderbar klingt, ist man mit dem Putzen schneller fertig. Und wenn der Weg durchs Treppenhaus in den Keller führte, haben wir als Kinder manchmal auch gesungen. Da hat uns ein Lied auf den Lippen geholfen, die Angst vor dunklen Phantasiegestalten zu überwinden, wenn wir im Kohlenkeller Koks für den Ofen holen mussten.

Die Erfahrung, dass mit Musik vieles besser geht, ja, dass Musik heilsam sein kann, ist eine sehr alte Erfahrung.

Die Bibel erzählt uns von einem König. Der heißt Saul. Nach einem guten Start im höchsten Amt des Landes bekommt Saul zunehmend Probleme. Feinde stellen sich ihm in den Weg und machen das Regieren schwer. Die Beliebtheitswerte im Volk gehen in den Keller. Und so fühlt sich Saul von Gott und Menschen verlassen. Das macht ihm Angst. Depressionen und Wutanfälle geistern wie dunkle Gestalten in seiner Seele. Die Ärzte und Berater am Hof sind ratlos und fragen sich, wie sie den König, wenigstens für kurze Zeit etwas aufmuntern können.  Bis man auf die Idee kommt, einen Hofmusiker zu suchen. Der soll den an der Seele kranken König mit seiner Kunst beruhigen. Beim Suchen erinnert man sich an einen Hirtenjungen mit Namen David. Der junge Mann hatte schon für Aufmerksamkeit gesorgt, als er mit einer Schleuder gegen den frühzeitlichen Terminator Goliath antrat. Der Junge, so hörte man, spielt auch fantastisch gut auf der Leier. Eine Kunst, die er wohl auch bei den Schafen gelernt hatte, denn dieses kleine Saiteninstrument spielte man damals oft beim Gehen. Für einen Schäfer, der viel unterwegs war, also ein ideales Instrument.

So bekommt König Saul regelmäßig Besuch von David, der ihm ein Privatkonzert gibt. Diese Musik tat Sauls Seele gut. Dass Musik heilsam sein kann, hat heutzutage sogar die Wissenschaft beschäftigt und die Musiktherapie entwickelt, um seelisch kranke Menschen unserer Zeit zu heilen. Gott sei Dank ist Musik nicht nur ein Therapeutikum für dunkle seelische Zustände wie Depressionen. Musik kann uns in die Nacht und in den Tag begleiten. Denn manchmal wirft eine ganz normale Nacht schon Schatten auf unsere Seele. Eine Frau, die nachts oft nicht schlafen kann, erzählt mir bei einem Besuch: „ Wenn ich ins Bett gehe, lese ich Psalmen. Zwischendurch bete ich das Vater Unser. Und dann singe ich Lieder aus dem Gesangbuch. So schlafe ich besser ein.“ Auf diese Weise profitieren wir auch heute noch von David, dem Hofmusiker bei König Saul. Denn es heißt, dass David nicht nur Instrumentalmusik gemacht, sondern auch viele Lieder geschrieben hat. Die Melodien sind uns zwar nicht überliefert. Aber viele dieser Texte stehen im Buch der Psalmen und stehen auch in unseren Gesangbüchern.

Und zwar nicht nur Lieder zum Abend hat David gedichtet, sondern auch Morgenlieder. Denn manchmal macht uns auch der Tag Angst, wenn wir aufstehen.

Sprecher: „ Ich rufe mit meiner Stimme zum Herrn, so erhört er mich von seinem heiligen Berg. Ich liege und schlafe und erwache, denn der Herr hält mich. Ich fürchte mich nicht vor vielen tausenden, die sich ringsum wider mich legen“

Und wenn man selbst nicht singen kann, braucht man heute nicht lange nach Musikzu suchen. Eine schöne CD mit Liedern und Chorälen bekommt man über jedes Musikgeschäft. Damit der Tag besser wird.

Audiobeitrag Mit Musik geht vieles besser


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen