Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

13.03.10, Gernot Hoersch

Zu spät!

Bei uns auf der Schule gab es ein Mädchen: Diana. Diana war zwei Klassen unter mir und sie hatte Leukämie. Sie hatte einige Chemotherapien hinter sich

und hatte deswegen keine Haare mehr und war im Gesicht auch ziemlich aufgedunsen und aufgequollen. Dianas Klasse war im gleichen Gang wie meine. Ein paar Jungs, quasi die „Coolen“ aus meiner Klasse, die haben immer  auf sie gezeigt: Wie sie die denn aus? Und keine Haare! Dann haben sie sie laut ausgelacht.

Ich fand das immer etwas fies, aber ich habe mich nicht getraut, was zu sagen. Ein paar Wochen später, wir hatten Diana schon länger nicht mehr gesehen, sagte unser Klassenlehrer, dass das Mädchen aus der Achten Klasse an Krebs gestorben ist.

Schweigen in der Klasse.

Unser Lehrer erzählte sagte, sie sei in den letzten Wochen ganz bewußt in die Schule gewesen. Obwohl es ihr schlecht ging. Sie wollte sich noch mal ganz  normal fühlen. Aber war sie nachmittags öfter weinend nach Hause gekommen, weil sie in der Schule ausgelacht worden ist von Leuten. Da haben die „Coolen“ aus meiner Klasse ziemlich betreten aus dem Fenster geguckt.

Und ich dachte: Warum merken wir manches erst, wenn es zu spät ist.

Sprecher: Alexa Christ

Audiobeitrag Zu spät!


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