Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

10.03.10, Pastor Christoph Neumann

David und Jonathan

„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ So haben Heinz Rühmann, Willy Fritsch und Oskar Karlweiß in dem Film „Die drei von der Tankstelle“

uns damals das Lob auf die Freundschaft gesungen. Arbeitskollegen, die zu Freunden werden, das ist schon etwas Besonderes. Schließlich verbringen wir in der Regel den meisten Teil unseres Lebens in unserem Beruf. Da ist es schön, wenn uns mit den Arbeitskollegen nicht nur die Arbeit verbindet. Wenn man nach Dienstschluss auch noch ein gemeinsames Hobby hat. Wenn man zusammen wandern geht und in der Freizeit gemeinsame Interessen hat. Das Lob auf die Freundschaft hat auch schon ein weiser König im alten Israel gesprochen:

Sprecher: „ Zwei sind auf jeden Fall besser dran als einer allein. Wenn zwei zusammenarbeiten, bringen sie es eher zu etwas. Wenn zwei unterwegs sind und einer hinfällt, dann hilft der andere ihm wieder auf die Beine. Aber wer allein geht, ist übel dran, wenn er fällt, weil keiner ihm helfen kann. Wenn es kalt ist, können zwei Schläfer sich gegenseitig wärmen. Aber wie soll einer allein sich warm halten? Einer allein kann leicht überwältigt werden, aber zwei wehren den Überfall ab. Noch besser sind dann drei. Man sagt ja: ‚Ein Seil aus drei Schnüren reißt nicht so schnell“

Wie stark eine Freundschaft verbinden kann, erzählt die Bibel.  Die beiden Freunde, David und Jonathan lernen sich dort kennen. Jonathan lebt am Hof  als Prinz und soll einmal Nachfolger seines Vaters Saul werden. David ist dort als Waffenträger und Hofmusiker tätig.

Die beiden sind ein Herz und eine Seele. Sie haben die gleichen Interessen: Sie üben sich im Bogenschießen. Gehen gemeinsam auf die Jagd und verbringen zusammen ihre freie Zeit.

Aber nicht nur die Arbeit und gemeinsame Interessen verbinden die beiden. Was David und Jonathan auch in ihrer Freundschaft verbindet, ist der Glaube an Gott. Und als sie in einer schwierigen Situation einen Freundschaftsbund schließen, ist Gott der dritte im Bunde, also die „ dritte Schnur vom Seil“ die sogar über den Tod hinaus zusammen hält.

Auch heute sind solche Freundschaften wichtig. Nicht nur für junge Menschen. Und nicht nur im Beruf an einer Tankstelle oder an einem Königshof. Auch im Alter, wenn wir längst nicht mehr im beruflichen Leben sind, brauchen wie solche Freunde. Ich besuche eine alte Frau zum Trauergespräch. Ihre Freundin ist gestorben und sie erzählt mir von ihrem gemeinsamen Leben: Wir waren beide allein, sagt sie mir. Mein Mann war gestorben und meine Freundin hatte keine Verwandten mehr. So haben wir viel gemeinsam gemacht. Wir haben uns jeden Tag zum Kaffeetrinken getroffen, haben viel mit einander geplaudert, Spiele gemacht. Oder wir haben gemeinsam eingekauft.

Durch meine Freundin habe ich auch wieder den Weg zum Gottesdienst in der Kirche gefunden. Und in der Gemeinde habe ich Kontakt zu anderen lieben Menschen bekommen. Wenn mir die Decke auf den Kopf fallen will, dann greife ich jetzt zum Telefon und habe jemanden, mit dem ich reden kann.

Und weil ich im Gottesdienst auch Gott als meinen Freund entdeckt habe, habe ich auch jemanden mit dem ich jederzeit reden kann, selbst wenn ich allein bin.“ Gute Freunde sind eine Art Glückstreffer im Leben und wenn einer davon sogar Gott ist, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Wie schon die Drei von der Tankstelle gesungen haben: „ Ein Freund bleibt immer Freund, auch wenn die ganze Welt zusammen fällt“

Audiobeitrag David und Jonathan


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen