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"Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht..." (eg 97)
Choral (Strophen 1 und 2): Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, / ward zum Baum des Lebens und bringt große Frucht. / Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. /
Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn!
Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt, / Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. / Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Autor: Es ist so einfach! Und doch so schwer, liebe Hörerinnen und Hörer. Jeder, der sich darum bemüht, einen eigenen kleinen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt zu leisten, zur Bewahrung der Schöpfung, weiß etwas davon. Vielen Kirchengemeinden ist es ein Anliegen, das Thema Bewahrung der Schöpfung wachzuhalten. Viele engagierte Gemeindeglieder tauschen sich darüber aus, was sie selbst ganz konkret tun können. So auch Eva Gerstein und Rolf Beek aus der Kirchengemeinde Meerbusch-Osterath.
O-Töne:
morgens den kleinen Schweinehund überwinden und doch mit dem Fahrrad fahren, auch wenn die Zeit knapp ist oder die Kraft. Die Plastiktüte ablehnen, die man überall angeboten bekommt an der Theke. Nachhaltiger einkaufen natürlich, danach zu schauen, wo kommt das Produkt her, wer hat es gemach? Ja einfach genauer hinzuschauen. (Frau Gerstein)
Es gibt viele kleine Dinge, die man sich vor Augen führen muss, vor Augen führen kann. Vor allen Dingen, weil es ja ganz einfach ist
Zum Beispiel: der Stromverbrauch, dass man Stand-by-Geschichten abschalten kann, dass man die Heizung abdreht, dass man vernünftiges Brot kauft und nicht bedenkenlos das billige Zeug einkauft. (Herr Beek)
Choral (Strophe 5): Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu. / Doch der Himmel fragt uns: warum zweifelst du? / Kyrie eleison, sieh wohin wir gehn, / ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Sprecherin: Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu. Doch der Himmel fragt uns: warum zweifelst du? Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Autor: Die Erde jagt uns auf den Abgrund zu! Ja, die Lage ist ernst. Auch unser heutiger Choral kann das nicht verschweigen. Darf auch nichts beschönigen oder gar schön färben. Und er tut es auch nicht! Er findet stattdessen deutliche Worte wie die Erde jagt uns auf den Abgrund zu oder die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht.
Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht heißt der Choral und wird in der Passionszeit in unseren Kirchen gesungen. Der Text stammt von Jürgen Henkys. Er hat ihn Ende der 70er Jahre geschrieben. Als Vorlage diente ein Text des niederländischen Pfarrers Willem Barnard. Die Melodie stammt von Ignace de Sutter. Der Choral zählt inzwischen zu den Klassikern der neueren Kirchenlieder im evangelischen Gesangbuch.
Mir gefällt besonders die im Refrain stets wiederkehrende eindringliche Bitte, die durch das Kyrie eleison eingeleitet wird. Kyrie eleison, Herr, erbarme dich. Schau auf uns und sieh, wohin wir gehen! Du weißt es ja auch: wenn wir so weiter machen wie bisher, wird es kein gutes Ende nehmen mit unserer Erde, die du uns anvertraut hast. Ruf uns aus den Toten! Weck uns auf! Weck uns aus der Gleichgültigkeit und Trägheit, aus Ignoranz und Resignation.
Choral (Strophe 3): Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht, / doch der Himmel sagt uns: alles ist vollbracht! / Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. / Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Sprecherin: Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht, doch der Himmel sagt uns: alles ist vollbracht! Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Autor: Alles ist vollbracht. Sagt der Himmel. Sagt Gott. Wie einer, der uns Menschen in einem Gerichtsverfahren verteidigt. In diesem Gerichtsverfahren ist die Erde die Anklägerin. Gegen ihre Anklage verteidigt Gott uns Menschen. Er hat den Glauben an uns offenbar noch nicht aufgegeben. Das ist gut so. Er traut uns also zu, dass wir etwas bewegen, das wir auferstehen und wach werden. Das meint auch Eva Gerstein aus Osterath:
O-Ton: Mich erinnern die Worte alles ist vollbracht an die letzten Worte Jesu, und ich denke: Gott leidet auch heute wieder in seiner Schöpfung, und auch heute gibt es so was wie Auferstehung im Leben. Also, man darf die Welt nicht einfach aufgeben, wie sie ist, sondern sollte auch heute sehen, welche Schritte man gehen kann, um sie auch heute wieder mehr blühen zu lassen.
Instrumentalmusik
Autor: Auch die Schöpfung leidet. Und Gott leidet mit ihr! Es ist gut, dass wir uns in der Passions-zeit daran erinnern. Der gekreuzigte Christus weist uns darauf hin. Sein Kreuz, einst Symbol römischer Macht und Herrschaft, ein Hinrichtungsinstrument, wird zum Baum des Lebens. Was für eine wunderbare Umdeutung! Sie ist freilich nicht neu. Schon im frühen Mittelalter ist diese Deutung des Kreuzes Jesu als Lebensbaum in der christlichen Ikonographie zu finden. Da ist das Kreuz oft in der Form eines Ast- oder Baumkreuzes dargestellt, von dem Zweige, Blüten und Früchte ausgehen. Christen lassen sich anrühren von den Leiden der Schöpfung. Ich finde: auch das ist eine Frucht des Lebensbaumes.
Choral (Strophe 1): Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, / ward zum Baum des Lebens und bringt große Frucht. / Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. / Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn!
Sprecherin: Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt große Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn, ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Autor: Das Kreuz Jesu, ein Lebensbaum, dessen Früchte wir ernten können. Früchte, die uns bekommen, an denen wir uns nicht den Magen verderben. Das Kreuz ist von jeher auch Symbol der sich hingebenden Liebe Gottes. Diese Liebe gilt Menschen, Tieren und gleichermaßen der Natur. Die leidende Schöpfung braucht unseren Einsatz und unser Engagement, unsere Hingabe. Davon ist Rolf Beek aus der Kirchengemeinde Osterath zutiefst überzeugt:
O-Ton: Wir haben eine Erde übergeben bekommen von Gott, die in einem unglaublich tollen Zustand ist, also: ein perfektes System in vielerlei Richtung, und wir als Menschen müssen auch wieder lernen, alle die natürlichen Dinge mit einzubeziehen, das sind die Pflanzen und die Tiere, und wir tun gut daran, das Gesamtpaket zu sehen, wir haben etwas Tolles übergeben bekommen, unser Auftrag lautet: es zu bewahren.
Choral (Strophen 1 und 2): Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, / ward zum Baum des Lebens und bringt große Frucht. / Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. / Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn!
Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt, / Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. / Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
Musikinformation: CD-Titel: Mit allen Sinnen erleben Gemeindelied neu- mit der Hochschule für Kirchenmusik Herford Verlag / Ort: Im Auftrag der Verlagsgemeinschaft für das Evangelische Gesangbuch: Gütersloher Verlagshaus, Best.-Nr. 023-03013 Luther-Verlag, Best.- Nr. 1006-7; Neukirchener Verlag, Best.- Nr. 1006-3 Text: Jürgen Henkys (1975) 1977 nach dem niederländischen Met de boim des levens von Willem Barnard 1963 Melodie: Ignace de Sutter 1964 Chor und Bläser der Hochschule für Kirchenmusik der Ev. Kirche von Westfalen, Herford Leitung: Hildebrand Haake / Jürgen Hauk Orgel: Rolf Schönstedt
Instrumentalvorspiel und 6 Sätze von B. Schloemann, Strube Verlag, München
"Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht..." (eg 97)
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