Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

27.02.10, Silke John

Es gibt im Westen echte Heilige genug

Kalkutta stand unter Wasser. Eine riesige Überschwemmung hatte die Stadt heimgesucht.

Die Flut war so hoch , dass Conrad sich sogar einen Lastwagen mieten musste, nur um zum Vorort von Kalkutta zu gelangen. Denn in jenem Vorort wohne ER.

ER, einer der grössten Heiligen Indiens. Nein, DER grösste Heilige Indiens. Jedenfalls, der grösste lebende Heilige. Selbst in Indien sieht man das so. Er wohnte dort . Ohne Tempel, ohne Jünger,  zwischen Luxusvillen und Slumhütten ganz allein in einer kleinbürgerlichen Wohnung.

Knietief im Wasser stand nun Conrad vor der Haustür. Der Heilige empfing Conrad freundlich, aber auch etwas verwundert: „Was fährst du hier mit einem Lastwagen in Indien herum?“

„Ich suche Gott!“

Mit einem breiten Lachen hat der Heilige Conrad ausgelacht: „Um Gott zu finden, brauchst du doch keinen Lastwagen. Du brauchst überhaupt nicht in Indien herumzufahren. Gott ist im Westen wie im Osten. Fahre heim und such Gott in deiner eigenen Welt. Es gibt im Westen echte Heilige genug.“

Conrad hat sich dann nach ein paar Tagen beim Heiligen wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Und er hat sich auf die Suche gemacht. Auf die Suche nach „unseren“ Heiligen, nach „unseren“ Vorbildern im Glauben. Und er hat welche gefunden: Theresia von Avila, Dietrich Bonhoeffer und viele andere. Hat er auch Gott gefunden? Nun - er ist auf dem Weg.

Sprecherin: Bettina Förster

Literaturhinweis:
Hans Conrad ZANDER « Die emanzipierte Nonne – Gottes unbequeme Freunde » 2. Auflage 2007

Audiobeitrag Es gibt im Westen echte Heilige genug


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