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Spaß an der Freud`
Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer. Meine Frau hat mich gefragt: Sag mal, hat das eigentlich was zu bedeuten, dass Du immer über Karneval mit Deinen Morgenandachten
dran bist? Nun, ich bin ein meist ganz fröhliches Menschenkind, aber das ist einfach Zufall. Ich wohne zwar seit einigen Jahren in Köln, aber ich bin ein Immi, wie man hier sagt. Also: Ein Zugezogener. Und ich stamme aus Wuppertal, ein Ort, der eher für seine geniale Schwebebahn und sein Regenwetter bekannt ist, als für karnevalistische Kernkompetenz. Aber vielleicht hat ja jemand ausgeplaudert, dass ich fast jeden Gottesdienst mit den Worten des Paulus beende: Freuet euch in dem Herrn allewege und abermals sage ich: Freuet euch!
Das würde mir gut gefallen, wenn ich deshalb als Freudenexperten angesehen würden. Besser noch wäre es, wenn alle Christinnen und Christen solche Freudenexperten wären. Nicht allein deshalb, weil besagter Apostel Paulus sozusagen als Dienstbeschreibung formuliert: Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern Gehilfen zur Freude. Sondern weil die Freude eine Grundstimmung im Reich Gottes ist. Trotz etlicher Bilder sagt das Neue Testament ja erstaunlich wenig Konkretes darüber, wie es im Himmel zugeht. Aber dass dort die Liebe regiert und ungetrübte Freude, das ist klar zu erkennen.
Von Weiberfastnacht oder Rosenmontagsumzügen ist da zwar nicht die Rede, aber von einem Festmahl, einer riesige Hochzeitsfeier: Das sind die Bilder, die Jesus Christus verwendet, um das Wesen dieser geheimnisvollen Wirklichkeit zu beschreiben. Allerdings ist auch zu erkennen: Hier ist nicht die Freude unbeschwerter Müßiggänger im Blick, die sorgenfrei den Tag genießen. Eher die Freude derer, die weniger Erfreuliches schon hinter sich haben. Tatsächlich ist die Freude derer, die sich in Gott geborgen wissen, nicht von erfreulichen Lebensumständen abhängig.
Das hab ich häufiger erlebt. Wenn ich Alte, Einsame und Kranke besuche, begleitet mich oft eine reizende ältere Dame aus meiner Gemeinde. Das tut nicht nur denen gut, die wir gemeinsam besuchen, sondern auch mir selbst. Denn ich bin nicht so abgebrüht, dass das Leid und das Elend, was uns da begegnen kann, so einfach an mir abperlen würden. Manchmal aber sind wir beiden selbst die Getrösteten. Ich denke da an einen alten Mann aus unserer Gemeinde, der schwer krank ist. Er wird immer schwächer, seine Lebenskreise engen sich ein, es gibt immer mehr, was er nicht mehr alleine tun kann. Und das ist verzweifelt schwer, ohne wirkliche Hoffnung auf Besserung erleben zu müssen, dass man immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen ist.
Doch was passiert? Er und seine Frau strahlen uns an, sie sind liebevoll um unser Wohl bemüht und von Jammern und Klagen ist nichts zu hören. Da fahren wir Tröster dann selbst getröstet nach Hause. Was ist das Geheimnis dieser strahlenden Freude? Mein altes und schwaches Schäfelein brauche ich da nicht zu fragen. Seine Antwort kenne ich. Er würde lächeln und mit dem Finger nach oben zeigen. Von daher kommt die Kraft, die er täglich braucht und die ihn trägt und die ein Teile der Freude ist, die er ausstrahlt.
Spaß an der Freud`
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