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Sieben Wochen ohne
In einer Woche ist es wieder soweit; dann ist Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit und der Aktion sieben Wochen ohne.
Organisiert von der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und das bereits zum 27. mal. An ihr werden sich - so schätzen die Organisatoren- rund zwei Millionen Menschen beteiligen.
Das Motto der diesjährigen Aktion lautet: Näher. Sieben Wochen ohne Scheu. Und das aus gutem Grund.
Kommunikation rund um die Uhr, ohne unbedingt zu wissen, mit wem; Kontakte rund um den Globus, aber nicht mit den eigenen Nachbarn. Das sei heute Alltag, sagt Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion. Den anderen aber wirklich zu erreichen, das sei immer noch Handarbeit. Gemeinschaft lebe von der Begegnung von Angesicht zu Angesicht, mit offenem Visier, ohne doppelten Boden.
Sieben Wochen ohne will daher, so Brummer, zum Wagnis und zum Luxus leibhaftiger Nähe ermuntern. Eine überschaubare Zeit lang anders leben und auf liebe Gewohnheiten verzichten, darauf lassen sich die Fastenden ein. Nicht um hart gegen sich selbst zu sein, sondern um mal auszuprobieren, was sich verändert, wenn ich mich mit meinen Nächsten auseinandersetze: mit meiner Familie, meinen Nachbarn, meinen Kollegen. Mehr Nähe zulasse, ihnen offener begegne oder auch klare Grenzen ziehe.
Bewusster leben, den Lebensstil ändern, den Alltag hinterfragen, weil das gemeinsam oft leichter fällt, bieten viele Kirchengemeinden Fastengruppen an. Die helfen durchzuhalten beim Verzicht auf die Vorabendserie, das stundenlange Surfen im Netz, den täglichen Stadtbummel
oder die vielen anderen Dinge, die Zeit kosten und einen daran hindern, mit anderen etwas zusammen zu machen.
Anregen und unterstützen will auch ein Fastenkalender, den man für neun Euro bestellen kann. Er bietet Woche für Woche zu Themen wie Nähe wagen, sich zusammenraufen, zupacken, berühren oder begreifen Texte und Bilder. Ein Kind, das einen hohen Zaun überwindet, ein Rentnerpaar, das es sich bei bedecktem Wetter im Strandkorb bequem gemacht hat oder auch einer Gruppe Plastikflamingos, die dicht an dicht auf dem See schwimmt. Dazu gibt es jeden Tag eine Kurzgeschichte, ein Bibelwort oder ein Gedicht. Am 24. Fastentag von dem österreichischen Lyriker Ernst Jandl. Ich liege bei dir, deine Arme halten mich, deine Arme halten mehr als ich bin. Deine Arme halten, was ich bin, wenn ich bei dir liege und deine Arme mich halten. Oder am 40. Tag ein Zitat von Albert Schweitzer Das Wenige, was du tun kannst ist viel.
Texte und Bilder, die die Initiatoren allen, die sich auf sieben Wochen ohne Scheu einlassen, mit auf den Weg geben wollen. Als Rüstzeug für ein Streitgespräch, Ermutigung für einen Krankenbesuch oder eine überfällige Liebeserklärung, um Überraschungsbesuche zu machen, eingeschlafene Kontakte aufzuwecken oder einander die Freundschaft zu erklären.
Dazu ein kurzer Tipp von Arnd Brummer: Erkunden Sie die eigenen Grenzen wie auch die Ihrer Nächsten, ignorieren Sie sie nicht, aber prüfen Sie eine Verlegung: hin zu mehr Berührung, mehr Begegnung, mehr Zusammen. Sieben Wochen lang ohne Scheu.
Den Kalender und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.siebenwochenohne.de oder per Post 7 Wochen ohne, Emil-von-Behring-Straße 3, Frankfurt am Main.
Sieben Wochen ohne
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