|
Klassentreffen
Im Januar hatte ich Klassentreffen. Das Erste nach 10 Jahren. Ich freute mich riesig drauf, die ganzen Leute wieder zu sehen.
Und ich war neugierig, was ihnen geworden war: Was Stefan jetzt wohl machte, unser Streber von damals? Wahrscheinlich ist er Physikprofessor an irgendeiner Uni auf der Welt. Und Arnd, in den ich früher verknallt war: ob er wirklich Tierarzt geworden ist, so wie er es immer vorhatte? Thorsten, der mit der Extrem-Akne: Ob der heute eine Freundin hat?
"Geh da lieber nicht hin", warnte mich mein Freund Max. "Bei so was kannste nur verlieren! Erst freust du dich drauf und dann kommst du enttäuscht wieder zurück"
Ich bin trotzdem hingegangen. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Im Gegenteil. Wir haben einen supernetten Abend gehabt. Jetzt weiß ich, dass Stefan, unser Streber, nicht Physiker, sondern Entwicklungshelfer geworden ist. Arnd hilft nicht Tieren, sondern ist für Ärzte ohne Grenzen auf der ganzen Welt unterwegs. Und Thorsten ist glücklich verheiratet und hat drei gesunde Kinder.
An diesem Abend hab ich begriffen: Menschen können sich positiv verändern: Typen, die mich früher genervt haben, waren jetzt total nett. Viele Klassenkameraden haben sich beruflich ganz anders orientiert als vermutet. Selbst die Mauerblümchen und Loser von einst haben es weit gebracht. Weil sie nicht mehr auf diese ewige Rolle in der Klasse festgelegt waren. Das zu erleben, war wirklich das Beste, was mir an diesem Abend passieren konnte.
Sprecherin: Alexa Christ
Klassentreffen
|