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Herzliches Beileid
Zugegeben: Manchmal hab ich eine ganz schön große Klappe. Aber dann gibt es Momente, wo ich die Zähne nicht auseinander kriege.
Zum Beispiel, wenn von meinem Arbeitskollegen ein naher Angehöriger gestorben ist. Dann schiebe ich es möglichst lange raus, diesem Menschen zu begegnen. Irgendwie ist es mir unangenehm.
Ich frag mich dann: was sagst du bloß? Sag ich "Herzliches Beileid" oder "Meine aufrichtige Anteilnahme"? Besser nicht, das klingt ja so wie aus dem vorletztem Jahrhundert.
Geb ich meinem Kollegen die Hand oder nehme ich ihn in den Arm? Schreibe ich zusätzlich noch eine Karte oder kann ich darauf verzichten? Fragen über Fragen, die mir durch den Kopf schießen
Vor ein paar Wochen ist meine Oma gestorben. Sie ist ganz schön alt geworden, 96 Jahre. Aber ich war trotzdem sehr traurig. Heute weiß ich nicht mehr, was mir die Leute vor und nach der Beerdigung gesagt haben. Aber ich weiß noch ganz genau, wer auf mich zugekommen ist, als ich besonders traurig war.
Vielleicht ist es gar nicht so wichtig, was ich sage, wenn jemand gestorben ist. Vielleicht ist es viel wichtiger, dass ich mich überhaupt auf den Weg mache und dem trauernden Angehörigen damit zeige: "Es tut mir sehr Leid für dich".
Und sei es durch eine Umarmung oder einen Händedruck.
Sprecherin: Alexa Christ
Herzliches Beileid
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