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Epiphanias
Sprecher: Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht!
Liebe Hörerinnen und Hörer, ein Zitat aus Bert Brechts Dreigroschenoper. Fast 80 Jahre ist es her, als dieses Theaterstück aufgeführt wurde. Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht! Das Leben im Licht kann ich mir gut vorstellen wenn ich erfolgreich bin, Ansehen genieße, wenn ich berühmt bin und geliebt werde. Das Leben im Dunkeln mag ich mir nicht vorstellen Materielle Not, psychische Krankheiten, Hoffnungslosigkeit, Angst und Einsamkeit. Und bis heute ist es so: man sieht die Menschen im Licht, die im Dunkeln dagegen sieht man nicht. Vielleicht gerade noch den Penner unter der Straßenlaterne. Aber die Scheinwerfer werfen ihr Licht viel lieber auf glamouröse, gesellschaftlich anerkannte Persönlichkeiten.
Ein Leben im Licht, ein Leben im Dunklen. So Schwarz-Weiß wird unser Leben wohl in den seltensten Fällen sein. Manchmal geraten wir auch von der einen auf die andere Seite. Das wird der Normalfall sein. Licht und Schatten beides macht ein Leben aus.
Nach dem kirchlichen Kalender befinden wir uns in der Epiphaniaszeit wie feiern das Erscheinen des Lichtes in unsere Dunkelheit. Hier geht es aber nicht um ein äußeres Licht. Um einen hellen kalten Scheinwerfer, der Menschen ins rechte Licht rücken möchte. Es geht eher um ein Erleuchtet Werden im Inneren um ein warmes Licht, das in mir brennt und mich wärmt.
So wie die drei Weisen ,die Heiligen Drei Könige, die dem Licht , dem Stern gefolgt sind , der mit seinem Strahlen auf das besondere Licht hinweist, das Jesus selbst ist.
Nicht nur um uns herum, sondern gerade in uns soll es hell werden. Wir sollen von innen leuchten. Der Apostel Paulus hat das mit seiner besonderen Sprache so ausgedrückt:
Sprecher: Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.
In uns soll es hell werden ein heller Schein ein Licht, das uns Kraft geben kann gegen die Dunkelheit der Welt und gegen die Dunkelheit in uns selbst. Diese Kraft des Lichtes, so glauben wir Christen, kommt von Gott und wir haben die Hoffnung, dass es die Dunkelheit überwinden wird. Dann stehen alle im Licht, und es gibt niemanden mehr im Dunkeln, den man nicht sieht. Das klingt wie ein weltfremder Wunsch, aber es ist ein gutes Ziel im ersten Monat des neuen Jahres. Es wäre schön, wenn viele sich von innen erleuchten lassen würden, um das Licht weiterzutragen zu denen, die im Dunkeln sitzen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, dass Gottes Licht in uns aufgehen und uns erleuchten und wärmen möge.
Epiphanias
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