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Befiehl dem Herrn deine Wege
Nicht mehr ganz neu ist es das Jahr 2010. Und doch ist sie noch da die Neugier, was es uns wohl so bringen mag. Besonders gut sind die Prognosen ja leider nicht.
Die Wirtschaftskrise ist noch prägend. Ihre Nachwirkungen noch zu spüren. Vor allzu viel Optimismus wird gewarnt. Dass es entscheidende Einschnitte im Jahr 2010 geben würde, darin waren sich im letzten Jahr fast alle Parteien schon vor der Wahl einig. Worin konkret diese bestünden und welche Bevölkerungsgruppe es am härtesten treffen würde das haben beide damals nicht gesagt.
Inzwischen hat sich die politische Landschaft verändert. Vor wenigen Wochen hat das Jahr 2010 Einzug gehalten und wir sind gespannt, was die politischen Veränderungen für jeden von uns konkret bedeuten. Aus den Erfahrungen in unserer Kirchengemeinde weiß ich: viele Menschen haben Angst, dass die Einsparungen diejenigen treffen werden, die sowieso schon relativ wenig haben.
Und doch, liebe Hörerinnen und Hörer, möchte ich Mut machen allen negativen Prognosen, aller Ängste zu trotz. Zwei Haltungen können uns dabei helfen, dass wir am Ende des Jahres vielleicht doch sagen können 2010 war ein gutes Jahr! Zwei Haltungen eine eher aktive und eine mehr passive. Die erste aktive Haltung ist ein Appell und lautet: Setze dich für diejenigen Menschen ein, die deine Hilfe brauchen. Sei es durch ein offenes Ohr, denn aufrichtiges Zuhören ist selten geworden. Spende auch weiterhin gern auch mal wieder über Deutschland hinaus mit dem Vertrauen, dass das Geld doch ankommen möge. Tritt ein für die Rechte anderer manche haben niemanden, der für sie das Wort ergreift. Dort wo Menschen anderen Menschen helfen, ist die Lage niemals ganz hoffnungslos. Sich mit den Sorgen, Ängsten und Nöten anderer auseinanderzusetzen, hilft demjenigen, der Hilfe braucht und zugleich erhält man eine neue Sicht auf das eigene Leben. Unsere Nachbarn z.B. leben mit vier Kindern in einem kleinen gemieteten Häuschen, sie erhalten Lebensmittelspenden und werden vom Staat unterstützt. Das Geld, das durch Arbeit verdient wird, reicht nicht aus.
Ich lebe mit meinem Mann und unserem einzigen Kind in einem Pfarrhaus, das doppelt so groß ist. Finanzielle Sorgen haben wir eher weniger. Das gibt zu denken und erinnert mich an meine Verantwortung für andere. Die zweite Haltung, von der ich vorhin gesprochen habe, ist eher passiv. Aber das ist nicht negativ gemeint. Es gibt vieles, was man selbst tun kann und dann auch tun sollte, aber manchmal ist es auch gut, den Aktionismus ruhen und die Dinge einem ganz anderen zu überlassen. In den Psalmen gibt es einen wunderbaren Satz: Befiel dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohl machen. Es ist entlastend, wenn ich nicht alles selbst machen muss. Manches kann ich nur in die Hände Gottes legen. Auch meine Zukunft auch unsere Zukunft. Wir Christen leben in dem Vertrauen, dass der Schöpfer unsere Welt und uns in seiner Hand hält. Wir vertrauen darauf, dass er es gut mit uns meint und am Ende alles zu Recht bringen wird. Liebe Hörerinnen und Hörer, ich weiß nicht, was uns das Jahr 2010 bringen wird an Schönem, an Schwerem. Aber ich vertraue darauf, dass es zu einem guten Ende kommen wird - Gott sei Dank!
Befiehl dem Herrn deine Wege
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