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Trisomie 21
Im Café summt jemand. Tief, unregelmäßig, mal setzt er aus, danach mit neuer Tonfolge wieder an, minutenlang immer neue Melodien.
Die Leute am Nebentisch sprechen die Kellnerin an. Dahinten in der Ecke sitzt ein Mongoloit, erklärt sie. Ich wundere mich, Asteroiden, kenne ich, Meteoriten auch, aber Mongoloiten? Später sehe ich sie gehen; einen jungen Mann, vielleicht Zivi an seiner Hand ein ungefähr 50 jähriger recht kleiner Mann mit den typischen geschwungenen Augen. Ein Mann mit Down-Syndrom.
Zu Hause lese ich nach; die Bezeichnung Down-Syndrom geht auf den Arzt John Langdon-Down zurück, der das Syndrom im 19. Jahrhundert erforscht hat. Erst 1959 wurde dann die Ursache des Syndroms erkannt, die betroffenen Menschen haben ein Chromosom mehr. Das 21. ist nicht wie gewöhnlich doppelt, sondern dreifach vorhanden. Heute sagt man daher Menschen mit Trisomie 21. Einer Elterngruppe, die sich im Internet vorstellt, ist wichtig; Menschen mit Down-Syndrom unterscheiden sich sehr in ihrem Aussehen, ihrem Temperament und ihren Fähigkeiten. Jeder von ihnen ist eine einzigartige Persönlichkeit.
Also nicht Asteroid; Meteorit oder Mongoloid, sondern Menschen wie du und ich. Die man immer noch viel zu selten im Café antrifft.
Sprecherin: Alexa Christ
Trisomie 21
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