Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.12.09, Stefanie Schardien

Und was kommt jetzt?

Und was kommt jetzt? Wenn das Jahr noch so taufrisch ist, würde ich das gerne wissen. Was wird wohl alles geschehen in den nächsten zwölf Monaten.

Manche Dinge sind ja bereits geplant:  Die Hochzeit von Ines und Malta im Mai zum Beispiel. Oder nach vielen Jahren wieder ein Kurzurlaub mit meinen Eltern an der Nordsee im Sommer. Da freue ich mich schon jetzt drauf.

Nur frage ich mich auch: Was an wichtigen Dingen in meinem Leben und in unserer Gesellschaft passieren wird, von denen ich noch nichts weiß, und die vielleicht nicht schön sind. Behält mein Freund seinen Job? Verschlimmert sich die Wirtschaftskrise? Wird jemand krank oder vielleicht sogar jemand sterben, den ich gut kenne? Die Vorstellung, was alles Schreckliches passieren könnte, macht mich immer am Jahresanfang auch etwas beklommen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges - also in einer Zeit als  es eigentlich überhaupt keinen Grund gab, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen, da hat der Theologe Dietrich Bonhoeffer ein Gedicht zum Jahreswechsel geschrieben:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Das ist mir wichtig geworden, genau für solche Zeiten, in denen mich schon davor fürchte, was alles geschehen könnte, bevor es soweit ist. Schönes wird kommen. Schlechtes wird kommen. Da geht kein Weg dran vorbei. Aber das gute daran ist: Alleine muss ich durch dieses Jahr nicht gehen.

Sprecherin: Bettina Förster

Audiobeitrag Und was kommt jetzt?


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