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"Weihnachten: Das Fest der besten Nachrichten: Gottes Liebe wird lebendig"
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen! Amen.
Das Weihnachtsfest ist vorbei, liebe Gemeinde. Doch sein festlicher Glanz strahlt auch heute noch. Weihnachten das ist das Fest der Freude. Das Fest der Gemeinschaft. Das Fest der guten, ja der besten Nachricht: Gottes Liebe wird lebendig. Wer das hört, sieht, fühlt, will es allen weitererzählen. So jedenfalls schreibt es der 1. Johannesbrief: (1. Joh 1,1-4)
(Sprecherin:) Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist. -, Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.
Liebe Gemeinde, unsere drei Söhne sind inzwischen erwachsen, aber ich erinnere mich noch sehr genau an die Geburt eines jeden Kindes. Die Fahrt zum Krankenhaus. Das Warten. Die zunehmende Spannung. Die Geburt selbst. Und dann: Staunen. Ein Staunen, wie es im Anfang des ersten Johannesbriefes anklingt:
(Sprecherin:) Was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere Hände betastet haben ...
Ein Staunen, das die gerade verklungene Liedstrophe von Paul Gerhardt noch einmal auf andere Weise in Worte fasst: Ich sehe dich mit Freuden an / und kann mich nicht satt sehen; / und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. / O dass mein Sinn ein Abgrund wär / und meine Seel ein weites Meer, / dass ich dich möchte fassen.
Nun wird es Eltern geben, die die Geburt ihres Kindes eher mit Sorge als mit Freude erfüllt. Dafür gibt es sehr unterschiedliche Gründe. Aber bei vielen, hoffentlich bei den meisten, ist es so, wie ich es erlebt habe.
Das dankbare Staunen angesichts eines neugeborenen Kindes ist mehr und anderes als elterlicher Stolz. Es ist die Ehrfurcht vor dem Leben, wie der Arzt und Theologe Albert Schweitzer es einmal nannte. Es ist die plötzliche Entdeckung: Da ist ein Wunder geschehen vor unseren Augen. Ein Wunder, das nicht wir Menschen bewirkt haben. In einem neugeborenen Kind ertappen wir Gott auf frischer Tat. Dieses Leben gehört nicht uns. Wir dürfen nicht darüber verfügen; nur darüber staunen.
Seit der Geburt unserer Kinder verstehe ich besser als vorher, warum manche Paare sich so sehr nach einem Kind sehnen. So sehr, dass sie anstrengende und kostspielige medizinische Behandlungen über sich ergehen lassen. Nicht Egoismus ist es, der sie treibt, sondern die Sehnsucht nach dem Leben.
Im Brief des Johannes wird aber nun nicht irgendeine Geburt beschrieben, sondern die Geburt des Christuskindes. Beschrieben wird nicht nur das Leben was ja an sich schon bewegend und erfüllend ist. Beschrieben wird das ewige Leben.
(Sprecherin:) Wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war
Johannes holt gedanklich sehr weit aus. Zurück an den Anfang wandern seine Gedanken. Nein, vor den Anfang. Vor den Anfang der Welt. Da aber war, so bezeugt es uns die Bibel, allein Gott.
Und dann kommt eine Nachricht, die ich geradezu atemberaubend finde. Sie verbirgt sich in nur vier unscheinbaren Worten:
und uns erschienen ist.
(Sprecherin:) Wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist.
In dem Christuskind erscheint uns Gott selbst! Da liegt kein geringerer in der Krippe als der Schöpfer des Himmels und der Erde! Es ist der zur Welt gekommen, dem die Welt ihren Anfang verdankt. Der uns das Leben geschenkt hat, kommt in unser Leben.
Was hat das zu bedeuten?
Das Christuskind lässt uns sehen, wie sehr Gott uns liebt. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen schreibt Johannes an einer anderen Stelle seines Briefes. (1. Joh 4, 9). Mit der Geburt des Christuskindes erklärt der ewige Gott uns und der Welt seine ewige Liebe. Seine Liebe, die vor aller Zeit war und die auch nicht aufhören wird, wenn wir gestorben sind. Ja, Gottes Liebe zu seiner Kreatur wird nicht einmal dann verlöschen, wenn das Ende für diese Welt gekommen ist.
Vor dem Christuskind können wir nur dankbar und staunend in die Knie gehen und in ihm den lebendigen Gott anbeten. So taten es bekanntlich die Hirten, wie wir es in der Weih-nachtsgeschichte noch einmal hörten. Aber dann hieß es für die Hirten und heißt es für uns: Aufstehen und zurück ins Leben! Wer vor dem lebendigen Gott gekniet hat, wer wie Johannes schreibt das ewige Leben gehört, gesehen, betrachtet und betastet hat, der wird allerdings anders leben als zuvor.
Sicher, auch nach Weihnachten wird es in dieser Welt Krieg geben. Und Deutschland wird daran beteiligt sein in Afghanistan, am Horn von Afrika
Aber nun ist Gott in die Welt gekommen. Als schutzbedürftiges, wehrloses Kind liegt er in einer Krippe, während die Engel singen: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden
Und wir begreifen: Frieden werden wir letztendlich nur mit friedlichen Mitteln schaffen. Wo immer Konflikte zu lösen sind, müssen zivile, gewaltfreie Mittel den Vorrang vor militärischen haben.
Auch nach Weihnachten werden wir Menschen dem Planeten Erde Schaden zufügen. Wir werden weiter mit dem Auto unterwegs sein und weiter Reisen mit dem Flugzeug unternehmen. Auch künftig wird von unseren Kraftwerken Gefahr für die Umwelt ausgehen. Und damit auch für uns und unsere Kinder. Aber nun ist Gott in die Welt gekommen. In der Krippe liegt kein Geringerer als der Schöpfer des Himmels und der Erden. Und wir be-greifen: Der Schöpfer der Welt hat sich in unsere Rufweite begeben. Er wird uns fragen, wie wir mit seiner Schöpfung umgehen, die er uns anvertraute, um sie zu bebauen und zu bewahren.
Auch nach Weihnachten wird uns in unserem persönlichen Leben vieles misslingen. Vieles wird auch künftig unvollendet bleiben. Und nie wird es ein Leben ohne die dunklen Flecken der Schuld geben. Aber nun ist Gott in die Welt gekommen. In dem Christuskind schauen wir die ewige Liebe des ewigen Gottes an. Und wir begreifen: Was uns in unserem Leben miss-lungen ist, wird Gott uns nicht anrechnen. Was wir in unserem Leben nicht vollenden konnten, wird er liebevoll in seinen Händen bergen. Wo wir uns in unserem Leben schuldig gemacht haben, wird er sich unserer Bitte um Vergebung nicht verschließen. Das Kind in der Krippe schaut uns an und will uns und die Welt verändern.
Unser erstes Kind wurde mitten in der Nacht geboren. Früh am Morgen verließ ich das Krankenhaus und fuhr nach Hause. Nacheinander rief ich Eltern, Schwiegereltern, Geschwister und Freunde an. Mir war gleichgültig, ob sie schon wach waren oder noch schliefen. Wichtig war mir allein, ihnen zu sagen: Freut euch mit mir, freut euch mit uns an diesem neuen Leben! Ich tat, was Johannes in seinem Brief so beschreibt:
(Sprecherin:) Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit ihr mit uns Gemeinschaft habt
Doch es geht nicht nur um die Gemeinschaft zwischen uns Menschen. Deshalb schreibt Johannes weiter:
(Sprecherin:)
unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.
Wem die Liebe Gottes verkündigt wird, der hat also Gemeinschaft mit Gott! Vielleicht merken wir das nicht immer gleich, aber: Wer sich sagen lässt, dass Gott in der Welt ist, dem ist Gott schon ganz nah. Wer mit der Gemeinde Gottesdienst feiert und die Texte der Bibel hört, der begibt sich in das Kraftfeld der Liebe Gottes. Und wird daran erinnert: Weihnachten war nicht nur vorgestern und gestern. Weihnachten ist auch nicht nur heute, da wir noch unter dem Eindruck des Festes stehen. Weihnachten ist immer dann, wenn Menschen einander erzählen: Gott ist in der Welt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen
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