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"Gutes reden"
Guten Morgen, liebe Hörerin, guten Morgen, lieber Hörer, Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und notwendig ist,
damit es Segen bringe denen, die es hören. So lesen wir in der Bibel.
Die bekannte Geschichte von den drei Sieben bringt es auf den Punkt: Zu einem weisen Mann kam eines Tages ein Bekannter und sagte: Ich muss dir über einen deiner Freunde eine irre Geschichte erzählen, die ist wirklich unglaublich. Pass auf
Halt, sagte der Weise, hast du deine Geschichte schon durch die drei Siebe gefiltert? Wieso Siebe? Die Geschichte ist einfach gut, lass mich doch erst mal
Der Mann blieb hart. Also das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist die Geschichte, die du mir erzählen willst, wahr? Äh, ja, was heißt schon wahr? Ich habe sie von einem gehört, der kennt den Zwillingsbruder von der, die dabei gewesen sein will. Der weise Mann fuhr fort: Du weißt es also nicht. Gut, testen wir das zweite Sieb, die Güte. Kommt die Person, von der die Geschichte handelt, gut darin weg? Nein, ganz im Gegenteil! Das ist ja das Interessante! Dann, fragt der Mann weiter, bleibt noch das dritte Sieb, nämlich das der Notwendigkeit. Gibt es einen triftigen Grund, warum du mir das alles erzählen willst? Na ja, notwendig ist es nicht aber lustig
Weißt du, sagte der Weise, wenn das, was du mir erzählen willst weder wahr noch gut noch notwendig ist, dann erspare es mir und belaste weder dich noch mich damit.
Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Reden, was gut ist. Das heißt: ich erkenne den Menschen an. Ich schätze ihn in um seiner selbst willen. Mit seinen ganz individuellen Gaben und Grenzen. Ich freue mich an seinen Möglichkeiten und hacke nicht auf ihm herum.
Reden, was aufbaut. Nur das bringt weiter, steckt an. Mein Reden soll hilfreich sein für den andern. Es soll ihn unterstützen, motivieren. Reden, was notwendig ist. Nichts ausschmücken, nichts hinzudichten. Aber auch Kritik üben und notfalls widersprechen. Dem Gespräch nicht ausweichen. Nicht zuerst mit anderen reden. Stattdessen das Gespräch mit dem Betroffenen suchen. Miteinander reden, nicht übereinander.
In einem Kirchenlied heißt es: Hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen; lass kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruss.
"Gutes reden"
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