Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

31.12.09, Pfarrerin Birgit Winterhoff

"Jahresrückblick"

Guten Morgen, liebe Hörerin, guten Morgen, lieber Hörer, am Ende des Jahres werden Bilanzen gemacht, Schlussstriche gezogen. Und zusammengezählt.

Dann schauen wir, was es für ein Jahr war. In Firmen wird es so gemacht, in Kirchengemeinden auch. Die politischen Jahresrückblicke tun es öffentlich auf ihre Weise. Die Sportjahresrückblicke unter ihrer Perspektive. Führen noch einmal strahlende Sieger und enttäuschte Verlierer vor Augen.

Viele Menschen halten ihren persönlichen Jahresrückblick. Schreiben vielleicht sogar ihren Rückblick 2009 auf. Dabei werden Träume und Überraschungen, die glücklichsten Tage und die traurigsten Momente, Erfolge und Niederlagen, Abschiede und Aufbrüche, Enttäuschungen und was sich zum Guten gewendet hat lebendig. So gehen die Gedanken an der Schwelle zum neuen Jahr zurück in das alte. Gehen den Spuren nach.

Wie viel kann geschehen in einem Jahr, in einem Monat, in einer Woche. Ja, es kann sein, dass mit einem Tag unser Leben eine neue Richtung nimmt, in einer Stunde, einer Minute, einem Augenblick.

In wenigen Stunden ist das Jahr 2009 Vergangenheit. Wir hängen die neuen Kalender auf. Üben uns darin, eine neue Jahreszahl zu schreiben. An der Schwelle zwischen dem alten und dem neuen Jahr fragen wir nach dem, was wohl kommt. Das ist das andere große Thema in diesen Tage: Die Prognosen, was wir zu erwarten haben. Worauf wir uns besser einstellen sollten. Wie wir uns vorbereiten können. Das Alte ist nicht einfach vorbei. Und das Neue nicht ganz und gar neu. Längst stehen im neuen Kalender die Termine, die wir im alten Jahr gemacht haben. Wir spüren, wie das Eine und das Andere zusammenhängt.
Wir nehmen Hypotheken mit, aber auch Schätze. Hoffnungen und Befürchtungen. Wünsche und Vorsätze. Vorfreude und Sorgen.
Mich begleitet in diesen Tagen ein Segenswort:

„Auf deinem Weg wünsche ich dir einen klaren Kopf bei wichtigen Entscheidungen,
ein mutiges Herz für alle Dunkelheiten, starke Hände, die zugreifen,
Beine, die standfest sind, Augen, die gut beobachten, Ohren, die auch Zwischentöne hören,
eine gesunde Spürnase und einen Mund, aus dem kein falsches Wort kommt.
Auf deinem Weg wünsche ich dir hilfsbereite und freundliche Menschen,
Alte, auf deren Rat du hören kannst, Junge, die sich mit dir freuen können,
Männer und Frauen, die dich begleiten in guten und in schlechten Zeiten,
Freundschaften, auf die du zählen kannst, und eine Liebe, die dich erfüllt und dir zu Heimat wird.
Auf deinem Weg wünsche ich dir hinter den Wolken wärmende Sonne,
für Wunden heilende Hände, in mancher Traurigkeit tröstende Worte,
bei Schwierigkeiten gute Lösungen, in großer Not Durchhaltevermögen
und die Weisheit Gottes, der dich geschaffen hat.
Vor allem wünsche ich dir Gottes Segen und Beistand,
dass er dich sicher leitet im neuen Jahr und über dich wacht auf deinem Weg.“

Audiobeitrag "Jahresrückblick"


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