| |
"Geschenke"
Guten Morgen, liebe Hörerin, guten Morgen, lieber Hörer, in unseren Weihnachtskrippen stehen sie meist ein wenig abseits.
Kein Wunder, denn am Heiligen Abend sind sie ja noch unterwegs. Und ein wenig fremdartig kommen sie auch daher, die Weisen aus dem Morgenland. Sterndeuter, Magier sind sie. Irgendwo her aus der Gegend zwischen dem heutigen Irak und Persien. Ein Himmelsereignis hat sie aufmerksam gemacht, ein Stern sie auf eine Spur gebracht. Sie sind aufgebrochen, haben sich auf eine lange beschwerliche Reise gemacht. Auf Kamelen mit Sack und Pack und ganz besonderen Geburtstagsgeschenken. Unterwegs zu einem besonderen Kind. Seine Geburt haben sie in den Sternen gesehen. Dass sie es in einer Krippe in einem Stall finden würden, damit hatten sie ganz sicher nicht gerechnet.
Mit ihrer Ankunft zieht die weite Welt im Stall von Bethlehem ein. Neben die Hirten aus der Nachbarschaft treten Magier aus fernen Ländern. So überspringt die Weihnachtsbotschaft alle Grenzen. Weihnachtsfreude ist grenzenlose Freude. Wie die Botschaft des Engels an die Hirten lautet: Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Allem Volk! Die Weisen sind überwältigt von dieser Freude. Hätten sie unser Gesangbuch gehabt, hätten sie sicherlich gesungen: Ich steh an deiner Krippen hier o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dir´s wohlgefallen.
Mit leeren Händen sind sie nicht gekommen. Sie bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Gold ist Macht. Gold ist immer ein Zeichen von Macht und Herrschaft gewesen. Wer Gold hat, hat das Sagen. Und Jesus Christus, der Herr der Welt? Er wird in einem Stall geboren. Ohne Prunk und Protzerei. Später zeigt Jesus mit dem, was er tut und sagt: Seine Macht ist anders. Seine Macht ist Liebe.
Dann schenken die Weisen Weihrauch. Weihrauch ist ein durchsichtiges Harz. Wenn man es nach dem Erhärten auf Feuer legt, verbrennt es und duftet dabei angenehm. Im Gottesdienst in Israel vor 2000 Jahren war es ausschließlich für den lobenden und feiernden Teil des Gottesdienstes vorgesehen. Da roch es dann richtig nach Lob Gottes. Weihrauch ist also zum Loben da. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.
Schließlich Myrrhe. Auch ein Harz. Es wurde nicht verbrannt, sondern zur Herstellung von Salben und Ölen verwandt. Myrrhe hat einen erfrischenden Duft. Wirkt mit Wein getrunken betäubend und hatte eine wichtige Bedeutung als Arzneimittel. Myrrhe heilt und tut gut. Ein Mittel, mit dem man anderen Gutes tun kann.
Zur Anbetung des Kindes gehört es, dass Geschenke ausgepackt werden. Seltsame Geschenke sind das für uns. Mitgebracht von seltsamen Leuten. So unvermittelt die Magier in der Weihnachtsgeschichte auftauchen, so unvermittelt verschwinden sie wieder. Aber sie bleiben in unserer Erinnerung als die Fremden, die sich maßlos freuen und anbetend und schenkend vor dem Kind in der Krippe niederknien.
In unseren Weihnachtskrippen mögen sie meist ein wenig abseits stehen und doch sind sie dem Kind ganz nahe gekommen.
"Geschenke"
|