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Nikolaus ist doof
Nikolaus ist doof. Fast so doof wie Weihnachten! Das würde Jannik niemals laut sagen, aber der 10-jährige denkt es jedes Jahr.
Er findet alles doof, was ihn daran erinnert, dass er weniger hat als andere Kinder in seiner Klasse. Und obwohl seine Mutter ihm auch ein Comic-Heft und einen Schoko-Nikolaus in den Stiefel gesteckt hat, weiß er, dass morgen in der Schule andere erzählen werden, was sie alles bekommen haben. Manche kriegen schon zum Nikolaus mehr geschenkt als er zu Weihnachten.
Wie Jannik leben viele Kinder in unserem Land täglich mit Begrenzungen durch Arbeitslosigkeit und Armut.
Kinderleben in Deutschland ist einfacher als in vielen anderen Ländern der Erde. Dennoch ist Kinderleben in Deutschland nicht immer leicht. Viele Kinder erleben zu Hause Gewalt, laute Stimmen, böse Worte oder sogar Schläge. Andere leiden darunter, dass sich keiner um sie kümmert und keiner mit ihnen spricht, egal ob ihre Eltern viel Geld verdienen oder wenig. Manche bekommen zu viel Zeug und zu wenig Liebe. Manche bekommen von beidem nicht genug.
Gerade in der Adventszeit leiden diese Kinder daran, dass ihr Leben so gar nicht zu den Bildern von glücklichen Familien in Filmen, Büchern und der Werbung passt. Viele fragen sich: Bin ich es schuld? Bin ich es einfach nicht wert, anders zu leben?
Dasselbe fragen sich auch die Erwachsenen, die Eltern wie Janniks Mutter, die ihren Kindern gerne mehr bieten würden, aber es nicht können. Oder die Menschen, die in der Adventszeit den Schmerz der Einsamkeit fühlen, weil Ehepartner nicht mehr da sind oder die Kinder und Enkelkinder weit weg wohnen.
Bin ich es schuld? Bin ich es einfach nicht wert, anders zu leben? Diese Fragen quälen eine große Anzahl der Paare, die damit konfrontiert sind, dass sie keine Kinder bekommen können und dass dieser Wunsch unerfüllt bleiben wird. Und sie quälen die vielen Frauen, die auch in unserem Land ungewollt schwanger werden und die Ängste und Zweifel erleben, die Maria erlebt hat, die Mutter Jesu.
Im Advent gehen wir symbolisch den Weg der schwangeren Maria bis zur Geburtsnacht mit. Es ist der Weg einer jungen Frau, die ungeplant schwanger wurde und Glück hatte, dass ihr Verlobter sie nicht verstieß. Sie musste die seltsamen und verstörenden Botschaften eines Engels verarbeiten und sich darauf vorbereiten, Mutter zu werden.
Gott hat Maria in dieser schweren Zeit begleitet und ermutigt. Er hat ihr Menschen zur Seite gestellt, die sie unterstützten wie ihre Freundin Elisabeth. Er hat ihr zugesagt: Das hier ist keine Strafe. Dein Leben ist nicht zu Ende, sondern nimmt eine unerwartete Wendung. Alles wird ganz anders, als Du es Dir bisher vorstellen kannst. Und er hat ihr einen Satz ganz eindringlich gesagt: Fürchte dich nicht! An vielen Stellen in der Bibel sagt Gott das den Menschen direkt, durch Engel oder durch Propheten: Fürchtet euch nicht!
Vielleicht ist das etwas, was Jannik hören muss: Du bist nicht schuld. Ich bin bei dir, fürchte dich nicht. Vielleicht ist es das, was auch Janniks Mutter hören muss: Fürchte dich nicht. Alles kann anders werden. Allen, die in der Adventszeit gefangen sind in den Erfahrungen von Schmerz, Mangel und Einsamkeit, gilt Gottes Versprechen. Gott sagt: Ich bin bei euch in allem, was Euch bedrückt und gefangen hält. Ich werde euch befreien zu neuem Leben. Fürchtet euch nicht.
Nikolaus ist doof
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