Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

05.12.09, Pfarrerin Barbara Schwahn

Gottes Nähe und der Klimawandel

Liebe Hörerinnen und Hörer, in wenigen Tagen beginnt die Klimakonferenz in Kopenhagen. Da geht es darum, den Klimawandel zu verlangsamen.

Es sollen diesmal Umweltstandards für Flugzeuge und für große Frachtschiffe festgelegt werden, damit weniger CO2 ausgestoßen wird. Das sind große Ziele. Mancher zuhause backt da kleinere Brötchen, schafft zum Beispiel einen Öko-Kühlschrank an. Aber immerhin.

Wir in den reichen Industrienationen sind die Hauptverursacher des Klimawandels. Deshalb liegt es auch zunächst an uns, unsere klimaschädlichen Gewohnheiten zu überprüfen und  sie zu ändern. Aber auch Menschen in den Ländern des Südens tun bereits etwas, damit die Erde sich nicht so schnell erwärmt. Sie spüren es ja zuerst am eigenen Leib, wie sich ihre Umwelt durch das wärmere Klima verändert und es ihnen noch mehr an Nahrung und Lebensraum fehlt, weil sich die Trockenzeiten ausdehnen und die Wüsten wachsen. Oder weil Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt und ihre Dörfer überschwemmt werden.  Für sie geht es schon früher als bei uns ums Überleben und um die Zukunft der nächsten Generationen.

Im Norden Tansanias zum Beispiel kocht Köchin Ester Muhina neuerdings mit einem Lehmofen. Sie braucht dabei nur noch halb so viel Feuerholz wie vorher. Damit trägt sie dazu bei, dass weniger Wald abgeholzt wird.

Außerdem bleibt ihr dann Zeit für anderes. Sie kann zum Beispiel die Abendschule besuchen. Und: Alleine durch ihren Herd gelangt pro Jahr eine Tonne weniger C02 in die Atmosphäre. So viel stößt ein Auto bei einer 3000 km langen Fahrt aus. Es braucht Spenden und Know how von unserer Seite, damit viele Menschen im Süden so ihren Beitrag für die Umwelt leisten können. Sonst sorgen Armut und die steigende Bevölkerungszahl dafür, dass weiter Wälder gerodet werden für Brennholz und für mehr Ackerland. Solche Beiträge zum Schutz der Natur sind wirklich adventliche Aktivitäten! Schließlich soll sich die ganze Schöpfung darüber freuen, dass Gott kommt. Denn nicht nur wir Menschen kennen ja Leid und Not. Durch die ganze Schöpfung geht ein Riss. Zum Teil von uns verschuldet durch den Raubbau an der Natur für unser eigenes Überleben, zum Teil durch Naturkatastrophen, die über uns hereinbrechen. Die aber oft auch die Folge unseres Handelns auf der Erde sind.

Auch diese Not der Erde soll ein Ende haben, wenn Gott kommt. Auch darauf zielt die Hoffnung, die wir im Advent hegen. Deshalb heißt es in dem bekannten Adventslied “Oh Heiland, reiß die Himmel auf” in der dritten Strophe:

Sprecher: O Erd schlag aus, schlag aus o Erd, dass Berg und Tal grün alles werd. O Erd herfür dies Blümlein bring, o Heiland aus der Erden spring.

Wir Menschen denken gerne, wir seien Dreh- und Angelpunkt der Welt und die ganze Erde sei nur für uns geschaffen. Gott möchte, wenn er kommt, nicht nur uns, sondern die ganze Welt erlösen. Auch die Erde soll sich über sein Kommen freuen. Wer das glaubt, der schaut genau hin, was auf der Erde passiert, der leidet mit ihr und der freut sich und dankt Gott für das, was an Gutem und an Veränderung schon geschieht.

Audiobeitrag Gottes Nähe und der Klimawandel


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