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Des Friedens kein Ende
Auf dem Tisch mit der bunt gemusterten Decke steht ein Weihnachtsbaum, geschmückt mit bunten Kugeln und einer Lichterkette.
Daneben stehen Kerzen auf handgetöpferten Untersetzern. Zwei Frauen zünden die Kerzen an, eine von ihnen trägt ein Kopftuch. Um sie herum stehen und sitzen Frauen und Männer, einige mit Texten in der Hand, und feiern gemeinsam Weihnachten. Wir sind auf der indonesischen Insel Sulawesi, in einem Dorf, das sich Sulobaja nennt. In Sulobaja leben Muslime, Christen und Hindus aus verschiedenen Volksgruppen zusammen. Das Miteinander dieser Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Bräuchen führte immer wieder zu Spannungen und oft genug auch zu gewalttätigen Konflikten. Bis im Jahr 2000 die evangelische Torajakirche dort ein Friedens- und Versöhnungsprogramm gestartet hat. Sie bringt seither die Vertreter der verschiedenen Religionen regelmäßig miteinander ins Gespräch. Und vor allem schafft sie Möglichkeiten für Begegnungen im täglichen Leben. Dazu gehört, dass man sich gegenseitig zu den Festen einlädt, wie an Weihnachten bei den Christen eben. Oder zum Fastenbrechen bei den Muslimen. Die Menschen erklären sich dann gegenseitig ihre Gebräuche und Riten. Und sie bauen damit ihre Vorurteile und ihre Ängste ab. Denn oft lösen schon kleine Gesten große Missverständnisse aus, die dann zu Konflikten führen. Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft erzählt:
Sprecher: Ich hatte mal einen Gast zum Essen. Beim Essen bemerkte ich, dass er nichts zu Trinken hatte. Als ich ihm ein Glas Wasser holte, hörte er auf zu essen, stand auf und verschwand. Später erfuhr ich, dass man in seiner Heimat erst nach dem Essen Wasser reicht. Er war also verärgert, weil er dachte, er solle gehen.
Wenn die Menschen zusammen beten, feiern, lachen und lernen merken sie, dass sie gar nicht so verschieden sind, so die Leiterin des Projektes. Wo es im Alltag zu Streit kommt, z.B. um Wasser für die Reisfelder, da bringen ausgebildete Streitschlichter die Streithähne dazu, miteinander zu reden statt gleich die Fäuste sprechen zu lassen.- Was die Frauen und Männer bei ihrer Weihnachtsfeier wohl für Texte gelesen und gehört haben? Vielleicht eine der großen Verheißungen aus dem Alten Testament, die für uns Christen mit dem Kind in Erfüllung gehen, auf das wir jetzt im Advent warten und dessen Geburt wir an Weihnachten feiern?
Sprecher: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friedefürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende.
Und des Friedens kein Ende. Die Sehnsucht nach solchem Frieden haben die Menschen in Indonesien sicherlich gemeinsam. Und wir teilen sie auch. Frieden brauchen wir Menschen wie das tägliche Brot. Und doch sind wir oft nicht in der Lage, friedlich zusammenzuleben. Mit dieser Friedensverheißung im Rücken schaffen wir es sicherlich immer wieder, loszuziehen und Frieden zu stiften unter uns und über Volks- und Religionsgrenzen hinaus.
Des Friedens kein Ende
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