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Unser tägliches Brot - Brot für die Welt III
Unser tägliches Brot gib uns heute, beten wir im Vaterunser. Nicht Keks oder Banane. Sondern Brot. Klar. Völlig klar.
Jedenfalls für Jesus, von dem das Gebet stammt, und seine Mitmenschen vor zweitausend Jahren in Israel: Bei Brot wusste jeder: Das steht für das Grundsätzliche, das Elementare, das, was jeder zum Leben braucht: Nahrung, Kleidung, Dach über dem Kopf. Heute setzt sich dafür Brot für die Welt ein, die evangelische Hilfsorganisation, die Geld für die Ärmsten der Armen sammelt.
In Gottes Hand geborgen, die uns trägt, die uns hält, sind wir Schwestern, sind wir Brüder, sind wir Brot für die Welt. So heißt es im Jubiläumssong der evangelischen Hilfsorganisation. Die jetzt 50 Jahre alt wird. 1959 gegründet in Berlin am Ende eines Jahrzehnts, in dem alle wussten, weil sies erlebt hatten, wie kostbar ein Stück Brot sein kann. Und sie hatten erlebt, wie ihnen geholfen wurde. Die eingeschlossenen Berliner vor allem durch die Luftbrücke der Alliierten, als Brot und andere Lebensmittel im wahrsten Sinn des Wortes wie Geschenke des Himmels waren. Als dann 1959 die Nachricht von einer Hungerkatastrophe in Indien bekannt wurde, setzten sich evangelische Kirchenvertreter in Berlin zusammen und riefen zu einer ersten großen Spendenaktion im Nachkriegsdeutschland auf.
Wenn Du wieder satt geworden bist, gib fünf Pfennig für die Hungernden, lautete damals der Spendenaufruf. Und es sind 19 Millionen Mark zusammengekommen. Das war der effektivste Spendenaufruf, den Brot für die Welt jemals gestartet hat.
Und wir heute? Ich habe noch nie gehungert. Weiß gar nicht wie das ist, wenn man richtig Hunger hat, höchstens am Ende einer langen Skiwanderung in den Bergen, wenn der Magen knurrt und ich mich auf nichts so sehr freue wie auf eine zünftige Brotzeit in einer Hütte. Aber das habe ich unten im Tal meistens schnell wieder vergessen, wenn ich am nächsten Tag in meinem gepflegten Hotelrestaurant sitze und nicht weiß, welches von den exquisiten Spitzenmenus ich wählen soll.
Skifahren und schöne Hotels sind Luxus, den ich mir gerne gönne, aber der manchmal auch meinen Blick für die Realität verstellt, für die Realität von Menschen bei uns und in anderen Teilen der Welt, die mit ihren Kindern um das tägliche Sattwerden kämpfen müssen, weltweit aktuell: 1,2 Milliarden. Das ist der höchste Wert seit 1970. Dabei ist genug für alle da.
Es müsste nur besser verteilt werden. Wir müssten unsere Anstrengungen, den Hunger in der Welt zu besiegen, verdoppeln und verdreifachen. Mir hilft dazu der Hinweis auf das Vaterunser. Jeder Mensch soll möglichst jeden Sonntag beten können: Unser tägliches Brot gib uns heute und am Montag erleben, dass es auf dem Tisch ist. Heilsam für mich auch die Erinnerung an die Entstehung von Brot für die Welt vor 50 Jahren und die enorme Spendenbereitschaft der Menschen damals. Nichts also spricht dagegen, dass ich mir jetzt im Dezember 2009 die Frage stelle: Auf welches teure Weihnachtsgeschenk, welchen Luxus kann ich gut und gerne verzichten zugunsten einer guten Spende für Arme und Hungernde? Mich selber macht das nicht arm, sondern reich.
Unser tägliches Brot - Brot für die Welt III
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