Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

03.12.09, Mark Pollmeier

Schöne Bescherung

Mein kleiner Bruder hat sich zu Weihnachten „Call of Duty“ gewünscht, ein Computerspiel. Nun ist unsere Mutter also losgestapft, um das Game zu besorgen.

Und hat dabei festgestellt: Das Spiel ist ein Shooter, ein Baller-Spiel.

Mutter war entsetzt.

„Ach, Mama, reg dich ab“, meinte mein Bruder. „Es ist doch nur ein Spiel. Ich kann’s mir auch selber kaufen.“ Das könnte er tatsächlich: er ist alt genug. Aber darum ging es auch gar nicht. Sondern darum, ob ein Baller-Spiel ein angemessenes Geschenk zu Weihnachten ist.

Mein Bruder argumentierte: Geschenke sind dazu da, einem anderen eine Freude zu machen. Und er würde sich über das Spiel eben viel mehr freuen als über, sagen wir: selbst gestrickte Socken.

Im Prinzip fand unsere Mutter das auch in Ordnung. Aber das Geschenk sollte schon zum Anlass passen – und der sei nun mal Weihnachten. Das Fest der Liebe und des Friedens. Das Fest einer Geburt. Also: Baller-Spiel geht gar nicht.

„Mann, wenn ich das geahnt hätte, ich hätt’ mir lieber gar nix gewünscht zu Weihnachten!“, maulte mein Bruder irgendwann. „Ist mir echt zu anstrengend, diese Diskussion.“

Ich fand das Gespräch auch ziemlich anstrengend. Aber manchmal muss das eben sein, wenn man was klären will. Gerade wenn es um den Sinn von Weihnachten geht.

Sprecherin: Alexa Christ

Audiobeitrag Schöne Bescherung


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