Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.12.09, Mark Pollmeier

Den Überblick behalten

Ich irre durch die Weihnachtsabteilung eines großen Kaufhauses. Eigentlich will ich bloß 2 neue Glühbirnchen für meine Lichterkette kaufen.

Aber die müsste ich in diesem Deko-Paradies erst mal finden.

Systematisch klappere ich die Regale ab, Meter für Meter. Dabei fällt mir ein kleines Mädchen im blauen Mantel auf. Es steht vor einem Wandteppich und geht immer vor und zurück. Was macht die da?

Irgendwann bemerkt die Kleine, dass ich sie anstarre. „Das ist der Weihnachtsmann!“, sagt sie zu mir und zeigt auf den Teppich. Als hätte sie eine bedeutende Entdeckung gemacht. „Aber so kann man ihn gar nicht sehen“. Sie rückt mit dem Gesicht ganz nahe an den Teppich ran.

Stimmt, der Wandteppich zeigt einen ziemlich kitschigen Weihnachtsmann. Aber das erkennt man erst, wenn man weit genug weg ist. Wer ganz dicht vor dem Stoff steht, sieht nur ein Gewimmel aus Wolle und Farben.

So sehen meine Tage auch gerade aus, denke ich mir: Ein Chaos aus Terminen und Dingen, die ich noch erledigen will. Vielleicht sollte ich auch mal ein paar Schritte zurücktreten, raus aus dem ganzen Durcheinander, um einen Überblick zu bekommen. Dann könnte ich sortieren, was wirklich wichtig ist – und was ich jetzt einfach mal sausen lassen kann. Wie zum Beispiel 2 Birnchen für eine Lichterkette.

Sprecherin: Alexa Christ

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