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Telefonseelsorge
0800 111 0 111 so lautet die kostenfreie Nummer der Telefonseelsorge. Zweieinhalb Millionen Menschen haben diese Nummer bundesweit im vergangenen Jahr gewählt.
Sie wissen: am Ende der Leitung ist jemand, der ihnen zuhört, der sie versteht, der sie unterstützt. Zu jeder Tag und Nachtzeit, an jedem x-beliebigen Tag im Jahr. Einer der insgesamt achteinhalb Tausend ehrenamtlichen Seelsorger. Jetzt suchen die Kirchen für diesen wichtigen Dienst wieder neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Was sie an Voraussetzungen mitbringen müssen, dazu Pfarrerin Anette Holzapfel, Leiterin der Wuppertaler Telefonseelsorge:
O-Ton: Die Hauptvoraussetzung ist sicherlich Zeit, zum einen und echte Liebe zu den Menschen. Man muss in der Lage sein komplexe Problemlagen zu verstehen und einordnen zu können, man muss aber auch Geduld haben in den Gesprächen, man muss was aushalten können.
Autorin: Die Telefonseelsorge ist eine Einrichtung der beiden großen Kirchen: Deshalb sollten die Interessanten auch eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber religiösen Fragen mitbringen keine fertigen Antworten, aber die Bereitschaft sich mit religiösen Fragestellungen auseinanderzusetzen,
O-Ton: beispielweise im Zusammenhang von Schuld und Vergebung, oder im Zusammenhang von Leben und Sterben und Tod. Ich glaube, man kann hier auch etwas wie jetzt hochgegriffen Leben im Glauben ein Stück wieder lernen, das muss sicherlich nicht von vornherein mitbringen.
Autor: Vorbereitet auf ihren Dienst am Telefon werden die Ehrenamtlichen im Rahmen einer Ausbildung, die 120 Zeitsunden umfasst. In der Ausbildung spielt das Telefontraining eine zentrale Rolle. Gespielt werden reale Szenen. Es ruft zum Beispiel jemand an,dessen Partner gerade gestorben ist.
O-Ton:
und dann hat plötzlich derjenige, der den Telefonseelsorger gespielt hat, gemerkt, wie nah ihm dieses Thema geht in der Vorstellung mein Partner ist plötzlich nicht mehr da. Also da kommen so echte Gefühle zustande und da kann man eben an diesen Gefühlen und an diesen Gesprächen in der Tat lernen wie man damit umgehen kann und man lernt etwas über sich.
Autorin: Die Selbsterfahrung spielt in der Ausbildung eine wichtige Rolle. Zu merken, mit welchen Themen bin ich unbewusst beschäftigt, welche habe ich noch nicht bearbeitet, welche berühren mich viel stärker als ich bisher angenommen hatte. Und dann zu merken,
O-Ton: Dann sind aber andere dabei, die sagen, dass habe ich gerade vor drei Jahren erlebt und man kann sich gegenseitig ein Stück erzählen und weiterhelfen
das ist so intensiv und schön und schweißt zusammen das sind gute Erlebnisse.
Autorin: So wundert es nicht, dass viele der Ehrenamtlichen sagen: Die Ausbildung bei der Telefonseelsorge hat mir persönlich sehr viel gebracht. Wichtig ist vielen Ehrenamtlichen aber auch die Erfahrung von. Ich gehöre zu einer Gemeinschaft, für die ich mich engagiere, wo ich aber auch etwas zurückbekomme:
O-Ton: Es ist ein für mich richtiges gemeindliches, geschwisterliches Zusammenarbeiten hier und das ist eine sehr schöne Erfahrung und ein sehr schönes Arbeitsfeld in das man hineinkommt, wenn man Interesse hat daran.
Autorin: Wer Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement bei der Telefonseelsorge hat, meldet sich am besten bei der nächst gelegenen Telefonseelsorge, telefonisch oder übers Internet. Der zeitliche Aufwand für die Arbeit am Telefon und die Praxis begleitende Supervision beträgt circa 20 Stunden im Monat.
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