| |
Elan
O-Ton:Ich arbeite mit psychisch Kranken, obwohl das nicht korrekt ist, denn wenn man arbeitet, bekommt man auch Geld, das habe ich im Brockhaus nachgelesen,
wenn dann jemand nachgefragt hat, habe ich gesagt, ich arbeite eben ohne Geld.
Autorin: Und das seit 30 Jahren. Seit Ulla Tondorf einen Kurs in der psychiatrischen Klinik des Landschaftsverbandes in Düsseldorf über psychische Krankheiten besuchte und sich für die Mitarbeit im Verein Elan entschied. Was wie zufällig begann, entwickelte sich zur Lebensaufgabe. Bis heute gehört Ulla Tondorf zum Vorstand des Vereins, der sich besonders um Menschen kümmert, die durch ihre Krankheit das soziale Umfeld verloren haben. Für sie sind die regelmäßigen Gruppenangebote lebenswichtig, denn :
O-Ton: Die Menschen, die in solche Gruppe kommen sind einfach einsam, viele von ihnen leben auch alleine, manche leben in betreuten Einrichtungen. Eine intakte Familie steht selten dahinter. Das heißt; sie leben alleine, müssen strukturieren, sonst legen Menschen sich einfach ins Bett und machen gar nichts mehr.
Autorin: Der wöchentliche Treff im Stadtteil will Hilfe zur Selbsthilfe sein und die gegenseitige Unterstützung fördern. Alltagsprobleme wie die Suche nach Arbeit oder einer Wohnung können hier besprochen werden. Neben Zuhören, gemeinsamen Überlegen und praktischer Hilfe hat Ulla Tondorf eine weitere Aufgabe.
O-Ton: Ich versuche, die Menschen zu unterstützen zu akzeptieren, dass sie momentan -vielleicht auch öfter- eine Störung haben, und dabei kann man helfen, indem man mit ihnen spricht und versucht rauszufinden, welche Gefühle hat dieser Mensch, was stört ihn besonders, was fehlt ihm.
Autorin: Einmal im Monat unternimmt der Montagstreff einen Ausflug. Bei der gemeinsamen Suche nach einem Ziel, durch das Bewältigen konkreter Aufgaben wie Kartenkauf oder Öffnungszeiten erfragen, sollen die ehemaligen Patienten Mut finden, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ganz abgesehen von solchen Zielen genießen die Teilnehmer diese besonderen Aktionen wie z.B. den Besuch einer Kunstausstellung.
O-Ton: Und anschließend geht man was essen oder trinken -oder auch bescheidener- und dann sitzen alle da, wenn es gut war, wenn es gut empfunden wurde, und sagen, das war aber wunderbar. Und es ist so erstaunlich, was die Menschen wahrnehmen, was da wieder aufgerüttelt wird, was früher da war, aber verschüttet war, was die plötzlich wissen über Künstler, und, und, das ist also ganz faszinierend zu erleben.
Autorin: Einem psychisch kranken Menschen im Alltag zur Seite stehen. Ihn annehmen wie er ist und ihm helfen, sich selbst zu akzeptieren, auch so kann freiwilliges Engagement aussehen. Das es manchmal schwierig ist, das erwähnt Ulla Tondorf nur am Rande. Nur einmal in all den Jahren sei ein Kranker für die Gruppe nicht tragbar gewesen, erzählt sie. Und es klingt, als bedauere sie das noch heute. Denn Menschen in schweren Lebenssituationen liegen ihr am Herzen. O-Ton: Ich tus für die Menschen und für mich ..... und ich möchte alle ermutigen, sich damit vertraut zu machen. Es macht sehr viel Freude und sehr viel Zufriedenheit und es ist für die Betroffenen ein großes Glück, mit ganz normalen Bürgern ein Stück Weges zu gehen.
Elan
|