Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.11.09, Pfarrer Rüdiger Schnurr

getauft

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer.ich liebe meine Taufe. Ja, tatsächlich, ich liebe sie. Obwohl ich davon nichts mitbekommen habe.

Ich war ja mal gerade dreieinhalb Wochen alt. Auch damals war Wasser mit im Spiel. Über Wasser habe ich ja in dieser Woche an jedem Tag zu ihnen gesprochen. In jeder Morgenandacht sind wir mit einem Lied des Franziskaners Helmut Schlegel der Spur des Wassers gefolgt.

Sprecherin:
1. Wasser vom Himmel,
fließe zur Erde,
du gibst der Schöpfung
Wachstum und Kraft.

2. Wasser der Quelle,
ströme zum Meer hin;
dir gleicht mein Leben:
mündet in Gott.

3. Wasser der Wüste,
brich aus dem Felsen;
Gott will dich tränken,
Volk auf dem Weg.

4. Wasser aus Heimweh,
Tränen, die heilen;
Gott, lass mich weinen,
wasch mein Gesicht.

5. Wasser des Lebens,
sprudelnder Quellgrund,
Christus, du Wahrheit,
still meinen Durst.

Mit der letzten Strophe nimmt das Lied schließlich das Wasser in den Blick, in dem alles eingeschlossen ist, was vorher über das Wasser gesagt wurde:

„Wasser der Taufe, löse, befreie; schenk deinen Atem, Heiliger Geist.“

In der Taufe mit Wasser wirkt Gottes guter Geist an uns. In der Taufe wird die Fülle des Segens Gottes ausgeteilt. Menschen, ob groß oder klein, werden eingetaucht in das Wasser des Lebens. In seiner Symbolik verspricht es uns: Das alte Leben ist mit Christus begraben, das alte Leben des Irrtums, der Lüge, der Schuld, begraben in den Tod, hinweggeschwemmt, es soll nicht mehr belasten und  bekümmern. In meiner Taufe, so habe ich es später begriffen, hat Gott ganz persönlich zu mir gesprochen, als ich es noch gar nicht begreifen konnte. Aber heute höre ich es so, und darum liebe ich meine Taufe:

Du bist hineingetaucht in das neue lebendige Wasser des Lebens, das dich erquickt, das dich erfrischt. Du bist ein Kind Gottes, du bist für das neue Leben in Christus bestimmt, für den neuen Tag, du wirst auferstehen in den neuen Tag, der nie mehr dunkel wird.  Noch wanderst du, durch manche Wüste, weinst manche Träne, fühlst manchen Schmerz und erkennst, wie viel du falsch machst. Aber nie mehr gehst du ohne Gott. Und einmal werden auch deine letzten Tränen von Gott abgewischt

Die ganze Welt ist von Gott durchdrungen. Von seinem Geist. Und auch dein Leben ist nun so durchdrungen durch die Taufe auf den Namen Jesu Christi, auf die Wahrheit. Leben aus der Taufe kannst du – erlöst, befreit.

Niemand sagte es je schöner als Hanns Dieter Hüsch.

Ich bin vergnügt
Erlöst
Befreit
Gott nahm in seine Hände
Meine Zeit

Mein Fühlen Denken
Hören Sagen
Mein Triumphieren
Und Verzagen
Das Elend und
Die Zärtlichkeit

Was macht dass ich so fröhlich bin
In meinem kleinen Reich
Ich sing und tanze her und hin
Vom Kindbett bis zur Leich

Was macht, dass ich so furchtlos bin
An vielen dunklen Tagen.
Es kommt ein Geist in meinen Sinn
Will mich durchs Leben tragen.

Was macht dass ich so unbeschwert
Und mich kein Trübsinn hält
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
Wohlüber alle Welt.
(Aus: Das Schwere leicht gesagt)

 

Audiobeitrag getauft


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