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Gott versteht mich (Psalm 139)
Eine Frau klagt mir ihr Leid und sagt: "Niemand versteht mich!" Ich sage: "Sie haben doch einen Mann, der sich viel Zeit nimmt für das Gespräch mit Ihnen."
Etwas trotzig klagt die Frau weiter: "Ja, aber richtig verstehen kann er mich auch nicht!" Ich frage: "Haben Sie sonst keine Bekannten oder Freundinnen, mit denen Sie reden und sich austauschen können?" - "Doch, doch, die sind alle auch ganz nett zu mir. Aber mein Innerstes, was mich letztlich bewegt, verstehen die auch nicht." Da frage ich sie: "Verstehen Sie sich denn selbst?" Da hört die Frau plötzlich auf anzuklagen, und sagt traurig: "Nein, das ist es ja. Ich verstehe mich nicht einmal selbst!"
Liebe Hörerinnen und Hörer, dieses Gespräch ist kein Einzelfall. Viele Menschen um uns herum leiden an diesem Unverständnis, das sie trotz aller guten Beziehungen umgibt. Und manchmal leiden auch wir selbst an dieser Sprachlosigkeit, die ein tiefes Verstehen für einander und von uns selbst verhindert. Trotz aller Erkenntnisse in der Psychologie und in der Kommunikationsforschung wird immer ein Rest von Einsamkeit in uns bleiben.
Ein guter Weg für mich ist da das Gebet. Es hilft mir, dass ich mit diesem dunklen Schatten über meinem Leben zurecht komme. Wenn ich bete, komme ich mit mir selbst in Kontakt. Wir können zum Beispiel mit den Worten aus Psalm 139 unser Leben vor Gott bedenken:
Sprecherin: "HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen."
Der Psalm 139 hält die wohltuende Erfahrung fest, dass Gott sich für mein Leben interessiert. Mit liebevollen Augen betrachtet Gott mein Leben, so wie wenn Eltern die ersten Schritte ihrer Kinder bestaunen.
Sprecherin: "Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne."
Wer kann das begreifen? Aber eben diesem unbegreiflichen Gott kann ich mein rätselhaftes Leben anvertrauen. Von diesem geheimnisvollen Gott weiß ich das Geheimnis meines eigenen Lebens verstanden. Bei Gott erfahre ich eine tiefe Geborgenheit und mein Herz wird weit.
Gott versteht mich (Psalm 139)
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