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Souverän
Schweinegrippe durch Autofirma ausgelöst. Mit dieser Nachricht schockte ein Blogger die Welt und vor allem den französischen Automobilhersteller.
Doch die Firma reagierte souverän. Sie drehte den Spieß um, widersprach den Vorwürfen und steckte den Blogger selbst in den Schweinestall. Überlegen, gelassen und mit einem Schuss Humor. So souverän möchte jeder reagieren, wenn es drauf ankommt. Aber die Probleme werden dadurch nur noch größer.
Die Affäre begann mit einem Werbespot der Franzosen. Darin parken Hunderte von Schweinen rückwärts aus Garagen aus, strömen aus den Vororten auf die Stadtautobahn, verdrecken die Fahrbahn und saufen Benzin. Aus dieser schmutzigen Konkurrenz hebt sich nur ein Produkt der eigenen Marke hervor.
Die Mitbewerber fanden diese Werbung wahrscheinlich eine ziemliche Sauerei. Aber weil der Spot beschwingt und lustig war, konnten sie sich nicht beschweren das hätte ziemlich unsouverän gewirkt. Der Blogger hatte ganz andere Möglichkeiten. Er behauptete: Der Werbefilm sei in Mexiko gedreht worden. Einige Schweine seien dabei krank geworden. Das seien die ersten gewesen, bei denen die Schweinegrippe festgestellt worden ist.
Die Franzosen reagierten prompt: Gedreht wurde in Südafrika. Die Schweine waren gesund und sind mittlerweile auf dem Teller gelandet. Hinter der erfundenen Skandalgeschichte müsse wohl ein echtes Schwein stecken eins mit zwei Beinen.
Souverän, diese Reaktion: lustig und unangreifbar. Aber die Leichtigkeit täuscht, genau wie im Werbefilm. Hinter allem steckt ein knallhartes Geschäft. In Zeiten der Krise muss die Konkurrenz ausgestochen werden. Der Wettbewerb wird mit harten Bandagen geführt, vor Schweinereien wird nicht zurückgeschreckt. Hauptsache, sie kommen souverän und überlegen daher.
Überall gibt es diesen Wettbewerb, nicht nur in der Wirtschaft. Auch auf dem Schulhof. In der Politik. Und unter Staaten. Heute vor 55 Jahren ist die Bundesrepublik souverän geworden. Damals wurden die Pariser Verträge unterzeichnet. 15 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, in dem Deutschland ganz Europa beherrschen wollte.
Souverän ist ein Staat, wenn er nach außen unabhängig und nach innen selbstbestimmt ist. Diese Souveränität muss er verteidigen und im Zweifelsfall entschieden durchsetzen. Darin ähnelt er einer Autofirma oder dem Zwölfjährigen, der auf dem Schulhof den Ton angibt. Der unabhängig und selbstbestimmt sein will. Und das auch mal mit einer kleinen Schweinerei klarstellt.
Oft ist Gott als der höchste Souverän bezeichnet worden. Gott ist souverän, weil er allmächtig und allgegenwärtig ist. Deshalb wirken Menschen oft so hilflos, wenn sie souverän sein wollen. Sie sind damit überfordert, weil in Wahrheit nur Gott souverän ist.
Aber Gott ist nicht souverän, indem er andere als Schweine verspottet. Indem er mit harten Bandagen kämpft und das Ganze mit Humor ummäntelt. Gott ist nicht souverän, indem er überlegen über den Dingen thront. Sondern er ist Mensch geworden. Arm und verletzlich. Stark gerade in der Schwäche. Das wäre eine Erinnerung wert, wenn demnächst mal wieder unsere Souveränität verteidigt werden muss.
Souverän
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