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Neue Wege - Heimweh nach morgen
Vor gut drei Wochen haben wir eine neue Regierung gewählt. Die politischen Karten sind nun neu gemischt. Viele alte Hasen gehen wieder ans Werk.
Aber es sind auch viele Neue, die jetzt frisch im Bundestag oder in einer anderen politischen Verantwortung sitzen.
Sie alle haben Großes vor. Sie möchten verantwortungsvoll ihr politisches Amt wahrnehmen. Viele von ihnen sind mit großen Zielen in den Wahlkampf gegangen und sind jetzt voller Tatendrang und Enthusiasmus. Sie wollen in der Politik für ihre Ziele eintreten und die Lebensbedingungen der Menschen, für die sie verantwortlich sind, verbessern.
Mit ähnlichen Vorstellungen von einer besseren Zukunft ist auch vor vielen tausend Jahren das Volk Israel aus Ägypten losgezogen. Gott hatte ihm versprochen, es in ein Land voll Milch und Honig zu führen. Als es ankam, schickte es Kundschafter aus, die große Früchte mitbrachten. Das Volk Israel konnte sehen, dass es Gutes zu erwarten hatte. Vorstellung und Realität schienen also überein zu stimmen.
Trotzdem glaubten die Menschen an das Schlechte, das sie von diesem Land hörten. Wie das so ist. Dort sollte es angeblich Riesen geben, die Menschen fressen. Da bekamen sie es mit der Angst zu tun und wollten zurück nach Ägypten, zu den berühmten Fleischtöpfen. Dass das auch Unterdrückung und Knechtschaft bedeutet hätte, war da nicht so wichtig.
Das war eindeutig nicht im Sinne Gottes. Denn Gott wollte den Menschen damals nicht das Heimweh nach gestern und den vergangenen Zeiten geben, sondern ein Heimweh nach dem Morgen. Ein Streben in die Zukunft hinein. Einen Drang nach dem, was er versprochen hatte. Einen Drang, Visionen zu erfüllen. Gott wollte, dass die Menschen nach einem gelungenen Leben streben und dass sie dieses Ziel nie aus den Augen verlieren. So, wie es später der Apostel Paulus im Neuen Testament formuliert: Ich tu nur ein Ding. Ich jage nach vorne, um das zu ergreifen, was Gott für mich geplant und bereitet hat.
Warum wollte Gott das Heimweh nach dem Morgen? Nun, zum einen, weil er eine gute Zukunft versprochen hatte und weil er wollte, dass die Menschen das ernst nehmen. Zum anderen aber, und das gilt für uns heute auch, weil Gott es gut mit uns meint und möchte, dass unser Leben gelingt. Er möchte uns die Kraft geben, Visionen umzusetzen, Pläne beizubehalten. Gott möchte uns die Kraft und Energie geben, Lebensumstände zum Guten hin zu verändern. Nicht zu resignieren, wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorstellt. Sondern dranzubleiben und das Ziel vor Augen zu behalten. Weil Gott möchte, dass Menschen aus ihrem Leben etwas Gutes machen.
So ist auch zu hoffen und zu beten, dass die Politiker, die jetzt starten, diese Vorstellungen und Visionen nie aus ihrem Blickfeld bekommen. Es ist zu hoffen, dass sie immer Heimweh nach dem neuen Land haben, das vor ihnen liegt. Und dass sie die Begeisterung nie verlieren.
Neue Wege - Heimweh nach morgen
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