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Neue Wege - Gnade trotz Murren
Vor vielen tausend Jahren war das Volk Israel auf dem Weg in das gelobte Land. Auf abenteuerliche Weise hat Mose es aus der Knechtschaft in Ägypten geführt
und nun sah es einer neuen Zukunft entgegen. Einer Zukunft, wie Gott sie ihnen versprochen hat. Sie sollten in einem Land wohnen, in dem Milch und Honig fließen.
Und tatsächlich standen sie eines Tages an der Grenze. Aber sie hörten unterschiedliche Dinge von dem Land. Es gab dort zwar Essen in Hülle und Fülle, aber dort wohnten auch Riesen, die angeblich ihre Bewohner verspeisen. Also keine guten Aussichten.
Es kam, wie es kommen musste. Das Volk glaubte eher den Zweiflern als den Optimisten. Es glaubte eher an die schlechten Nachrichten als an die guten Nachrichten. Bad news are good news, also schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Es sind die, die die Menschen interessieren, das war schon vor vielen tausend Jahren so. So kam Unmut in dem Volk auf. Es fing an zu klagen und wünschte sich nach Ägypten zurück. Hin zu den legendären Fleischtöpfen. Da halfen keine guten Worte der Anführer. Es half kein Erinnern an Gottes Zusage, dem Volk eine bessere Zukunft zu garantieren. Kein gutes Zureden, nichts.
Das ist mehr als menschlich und hat sich auch in den vielen tausend Jahren nicht geändert. Wird mal in den Nachrichten eine gute Botschaft vermittelt, dauert es nicht lange und irgendein Sachverständiger oder Politiker hat was dagegen zu sagen. Das haben wir gerade im Wahlkampf erlebt. Das Gute kann man nicht in aller Ruhe gut sein lassen, sondern man muss immer noch ein Haar in der Suppe finden. Deswegen schmeckt sie angeblich nicht.
Und wie ist Gott mit dem murrenden und undankbaren Volk umgegangen? Nun, er hat es bestraft, aber er hat das Volk nicht verlassen. Gott blieb gnädig. Er hat weiter zu den Menschen gehalten und sie weiter versorgt und beschützt. Er hat die Undankbarkeit nicht mit Undankbarkeit vergolten, sondern ist treu bei ihnen geblieben.
Warum? Mose erinnert Gott an etwas, was er einmal gesagt hat und an dem er sich bis heute festhalten lässt. Mose sagt: Gott, Du bist unveränderlich. Dein Charakter ist es, geduldig und gnädig mit den Menschen zu sein. Selbst wenn die Menschen Dir untreu werden, dann bleibst Du treu. Das gehört einfach zu deinem Wesen dazu, das ist unveränderlich. Wenn Du jetzt plötzlich die Menschen im Stich lassen würdest, dann würde das nicht zu Dir passen. Und außerdem, sagt Mose, Gott, was werden die Menschen denken, was werden sie über dich sagen, wenn du dieses Volk hier einfach seinem Schicksal überlässt. Werden die nicht denken, dass du unfähig bist? Das geht gar nicht.
Gott ist einer, mit dem Menschen reden können und der sich an seine Gnade und Güte erinnern lässt. Denn das ist sein unveränderlicher Charakterzug. Er hat den Menschen versprochen, immer bei ihnen zu sein und sie nicht zu verlassen.
Neue Wege - Gnade trotz Murren
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