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In Würde
"Wenn ich mal tot bin, dann begrabt mich doch hinten auf unserm Komposthaufen." An diesen Satz meiner Mutter kann ich mich gut erinnern. So oft hat sie ihn gesagt.
Und genau so oft haben wir Kinder uns darüber aufgeregt. "Hey, wir können dich doch nicht verscharren wie ein paar Essensreste", haben wir geantwortet. Und damit war das Thema meist erledigt.
Eine Frage ist aber bei mir hängen geblieben: "Was soll eigentlich mit meinem Körper passieren, wenn ich mal tot bin?"
Soll ich mich auf dem Friedhof beerdigen lassen? Stelle ich meinen Körper für Organspenden zur Verfügung? Lasse ich mich verbrennen und die Asche anschließend ins Meer streuen? Oder möchte ich als Plastinat in der Ausstellung Körperwelten von Gunther von Hagens enden?
Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Noch nicht. Aber eins weiß ich ganz sicher. Und das hat mit einem Satz zu tun, den meine Mutter mir schon als kleines Kind mit auf den Weg gegeben hat: "Mädel", so hat sie gesagt, "ich hab dich zwar geboren, aber ich hab dir das Leben nicht geschenkt. Denn das macht allein Gott".
Wenn das so ist, so denke ich heute, dann will ich meinen toten Körper auch dem zurück geben, von dem ich mein Leben habe. Dann will ich, dass es Menschen gibt, die Gott in einem würdigen Rahmen Danke sagen. Danke für dieses Leben. Danke für diesen Menschen.
Komposthaufen scheidet damit aus. So viel ist klar. Auch wenn meine Mutter das immer noch ganz anders sieht. Aber: warum sollen Eltern nicht auch mal was von ihren Kindern lernen.
Sprecherin: Christiane Birgden
In Würde
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