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Neue Wege - Heuschrecken
Vor gut drei Wochen wurde eine neue Regierung gewählt. Die Karten im Parlament sind neu gemischt und neu verteilt, da und dort gibt es neue Minister,
die neu in der Verantwortung für die Bürger.
Nun also ist es an der neuen Regierung, neue Wege zu beschreiten und die Bevölkerung in die Zukunft zu führen. Vieles ist versprochen worden, einiges davon wird eingehalten werden, manches wird sicher der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zum Opfer fallen.
Vor vielen tausend Jahren erging es dem Volk Israel ähnlich wie uns heute. Es stand an der Schwelle zu einer neuen Ära, zu einem neuen Abschnitt seiner Geschichte. Es war aus der Knechtschaft Ägyptens befreit, war durch die Wüste gezogen und stand nun an der Grenze zu einem fremden Land. Allerdings war ihnen das, anders als uns heute, von Gott versprochen worden. Sie sollten in einem Land wohnen, in dem Milch und Honig fließen werden, so jedenfalls hat Gott es ihnen beschrieben. Aber als sie an der Grenze standen, trauten sie dem Frieden nicht so ganz. Sie waren vorsichtig und sandten erstmal Kundschafter aus. Als diese zurückkamen, berichteten sie unterschiedlich. Die einen brachten riesige Weintrauben und Granatäpfel und Feigen und sagten, dass es ein wirklich tolles Land ist. Die anderen aber berichteten von Riesen, die stark sind und ihre Bewohner auffressen. Wir kamen uns vor ihnen selbst klein wie Heuschrecken vor, und auch ihnen erschienen wir so, erzählten sie den anderen.
Gut vorstellbar, dass sie nervös, unruhig, ängstlich und scheu waren wie Heuschrecken. Solche Riesen sind ja auch furchterregend. Dass sie keinen Respekt und keine Ehrfurcht vor den Menschen hatten, die so auftraten, ist nachvollziehbar. Heuschrecken sind zwar kleine gefräßige Tiere mit scharfen Zähnen, die großes Unheil anrichten können. Aber trotzdem vermitteln sie erstmal den Eindruck eines kleinen, nervösen, unruhigen Tieres.
Schlechte Voraussetzungen für einen Neubeginn. Dabei hatten sie ja Gottes Wort und Zusage, dass dieses Land ihre Zukunft bedeutet. Sogar, dass sie gut in diesem Land leben werden. Es hätte also gar keinen Grund geben, nervös zu werden.
Was fehlte, war Gottvertrauen. Sie glaubten nicht daran, dass Gottes Vorausschau richtig ist und dass sie ohne Gefahren in dem Land leben können. Sie hatten auch kein Vertrauen darin, dass Gott den Menschen immer beisteht, so, wie er es versprochen hat. Gott lässt die Menschen nicht im Stich. Er gibt ihnen sogar quasi ein elftes Gebot: Siehe, ich habe Dir geboten, dass Du getrost und unverzagt seist, heißt es in der Bibel.
Wer einen so starken Gott neben sich hat, muss sich nicht fürchten. Damals wie heute. Auch, wenn Riesen vor uns stehen. Gott gibt uns die Kraft und den Mut, ihnen zu widerstehen. Das gilt für den Alltag, das gilt für das Berufsleben, das gilt für Krankheit und Schicksalsschläge. Gott ist da und deswegen können Menschen mutig voran gehen.
Es ist zu wünschen, und wir können dafür beten, dass die Politiker, die in den kommenden Jahren die Geschicke dieses Landes zu lenken haben, keine nervösen und ängstlichen Heuschrecken werden. Und dass sie sich nicht von jedem kleinen Hindernis verstören lassen, Riesen furchtlos die Stirn bieten und dass sie Gottvertrauen haben.
Neue Wege - Heuschrecken
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