Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.10.09, Bernd Tiggemann

Ganz nah

In diesem Jahr wird das Internet 40 Jahre alt. Damals, 1969, ist die Verbindung schon nach drei Zeichen abgeschmiert.

Heute kann ich alles, was ich wissen will aus dem World Wide Web saugen. Ich kann alles, was ich denke und fühle, in den Cyberspace schicken. Und ich kann mich mit Hinz und Kunz vernetzen.

Viele meiner Freunde sind da schon ganz weit vorne. Micha zum Beispiel. Der ist bei Facebook und hat es dort auf 3276 Freunde gebracht. Oder Laura, die hat bei Twitter schon über 5000 Kurznachrichten abgesetzt. Und dann Tom, unser Top-Scorer: der hat sich im StudiVZ mehr als 400 Gruppen angeschlossen und es dabei auf rund 12.000 Kontakte gebracht.

Aber die Sache hat 'nen Haken, sagen jedenfalls Micha, Laura und Tom: sie haben zwar Kontakte im Internet ohne Ende, aber sie fühlen sich trotzdem allein.

Jetzt gibts seit einem Monat evangelisch.de. Eigentlich kann ich da alles machen, was ich in anderen sozialen Netzwerken auch machen kann. Ist evangelisch.de also sowas wie Facebook auf protestantisch?

"Nee", sagt Melanie Huber, die das neue Portal leitet. "Hier gehts nicht darum, möglichst viele Freunde zu sammeln. Wir wollen uns um einander kümmern, uns gegenseitig zuhören und helfen". Wenn das klappt, dann hätten wir als Christen einen wichtigen Auftrag bereits erfüllt: nämlich füreinander da zu sein, damit niemand allein ist.

Sprecherin: Christiane Birgden

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