Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.10.09, Pfarrerin Susanne Schart

"Sechs Monate. Mit Glück ein Jahr!"

Autorin: Fallschirmspringen. Den Himalaja besteigen. Die Cheops-Pyramide im Abendlicht genießen. Das schönste Mädchen der Welt küssen.

Das sind einige der Dinge, die Edward und Carter in dem Film „Das Beste kommt zum Schluߓ noch erleben wollen. Doch die Zeit drängt: „Sechs Monate. Mit Glück ein Jahr“, so lautet ihre Perspektive. Sie trifft mitten ins Herz. Nichts ist mehr, wie es mal war. Wer will schon wissen, wann sein letztes Stündlein geschlagen hat?

Musik: Say what you need to say. / Say what you need to say.
„Sechs Monate. Mit Glück ein Jahr.“ Wenig Zeit, um zu sagen, was du sagen musst. Um zu tun, was du noch tun willst. Um deine letzte Chance zu nutzen. Darum sag, was du sagen musst.

Autorin: Auf der Krebsstation lernen sie sich kennen: Edward, ein jähzorniger Milliardär, und Carter, ein gebildeter Automechaniker. Beide erhalten die gleiche unerbittliche Diagnose, die sie von da an miteinander verbindet: „Sechs Monate. Mit Glück ein Jahr.“ Die beiden Männer jenseits der 60 nehmen nach erfolgloser Chemo ihr Schicksal an. Aber sie finden sich nicht damit ab. Stattdessen schreiben sie ihre ganz persönliche “Löffelliste”. Sie enthält alle Dinge, die die beiden noch erledigen wollen, bevor sie den Löffel abgeben müssen. Zum Beispiel: Fallschirmspringen. Den Himalaja besteigen. Das schönste Mädchen der Welt küssen. Den Tod vor Augen beginnen die zwei endlich zu leben. Frei von Gewinnen und Bilanzen. Frei von familiären Erwartungen. Frei von jedem wenn und aber oder später einmal.

„Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“, erinnert die Bibel. (Psalm 90,12) Im Angesicht des Todes erkennen die Todgeweihten: der Tod wird zu einem Diener des Lebens! Wenn ich meine Zeit endlich nutze. Vor Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag, heißt es. Vielleicht können ja auch sechs Monate wie ein ganzes Leben sein?!

Musik: Have no fear for giving in / Have no fear for giving over / You’d better know that in the end / Its better to say too much / Then never say what you need to say again.
Hab keine Angst, nachzugeben. Hab keine Angst, alt zu werden. Du solltest wissen, dass es besser ist, zu viel zu sagen. Als nie zu sagen, was du sagen musst.

Autorin: Was als eine Geschichte über Krankheit und Tod beginnt, wird zu einer Geschichte über das Leben - voller Lebendigkeit und Freude. Eine Geschichte für das Leben, das gelebt werden will. Nicht irgendwann. Sondern jetzt!

Musik: Even if your hands are shaking / And your faith is broken / Even as the eyes are closing / Do it with a heart wide open / Say what you need to say
Selbst wenn deine Hände zittern. Und dein Glaube gebrochen ist. Selbst wenn sich deine Augen schließen. Tu es mit weit offenem Herzen.

Musik: Say what you need to say
Sag, was du sagen musst. Tu, was du noch tun willst. Nutz deine Chance. Es könnte die letzte sein. Erkenne, dass du sterben wirst. Und lebe!

Informationen:
Musik: John Mayer, Say, CD Continuum, 2006. (keine LC-Nr.)
Film: „Das Beste kommt zum Schluߓ (engl. Original: The Bucket List), Warner Bros. Entertainment 2008.

Audiobeitrag "Sechs Monate. Mit Glück ein Jahr!"


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