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Entgegenkommend
Komm in meine Arme! ruft die Mutter ihrem Kind zu, das gerade erst laufen lernt.
Komm in meine Arme! und das Kind läuft, so schnell es kann und wirft sich der Mutter in die geöffneten Arme. Und sie hebt es hoch und dreht sich im Kreis und das Kind fliegt und juchzt.
Schön, dass Ihr es endlich geschafft habt! sagt der Gastgeber zu den lange erwarteten Freunden. Ich habe mir schon Sorgen um Euch gemacht! Ich dachte, Ihr kommt gar nicht mehr.! Und sie umarmen sich herzlich.
Gut, dass Du wieder zu uns heimgefunden hast! der Vater breitet die Arme weit aus und drückt seinen Sohn fest an sich. Lange war er weggeblieben, manche meinten schon, er sei gestorben. Und nun ist er überraschend nach Hause zurückgekehrt. Es heißt, Dir sei es nicht gut gegangen in der Fremde. Ein Glück, dass Du wieder da bist! Was für eine Freude für mich.
Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Weit breitet Jesus, der Lehrer, die Arme aus, als wollte er die ganze Welt umarmen. Aber sie haben ihn festgenagelt, brutal ans Kreuz geschlagen, er kann die Geste der Liebe, die schützende Umarmung nie mehr vollenden.
Er hatte sie provoziert mit dieser Geste. Immer wieder hatte er Menschen schützend in die Arme genommen oder ihnen Mut zugesprochen oder sie mit Worten der Vergebung in Gottes Namen aufgerichtet. Die Menschen, die keiner schützte, die Liebebedürftigen, die keine Anerkennung fanden, die Kranken, die man nach ihren Sünden fragte, statt ihr Leiden zu lindern, sie alle hatte er mit seinen Gesten der Ermutigung beeindruckt. Und sie waren in Scharen zu ihm gekommen, weil sie spürten, wie seine guten Worte, sein Entgegenkommen ihnen wohl tat, sie aufrichtete und sie zum Leben ermutigte.
Das wollten die nicht ertragen, die sich für das Leben im Land, also für die Ordnung verantwortlich fühlten. Dieser da brachte Unordnung in ihre Ordnung, denn er beanspruchte die Kompetenz, Menschen von ihren Sünden loszusprechen, ohne dafür ausgebildet oder dazu berufen zu sein. Genau genommen behauptete er allerdings doch, er sei berufen worden, er berief sich auf Gott als seinen Vater, der ihn gesandt habe. Das war skandalös, aber noch gefährlicher waren die Vorstellungen, die er den Menschen von Gott malte: Gott allein sei gut, kein Mensch, weder die Hohenpriester noch der Kaiser in Rom, sie allen seien Gott nicht vergleichbar. Gott sei das rein Gute und das rein Gute sei für alle Menschen da und wirke zu aller Wohl.
Im Auftrag des rein Guten, im Auftrag Gottes, bietet Jesus allen Schutz und Vergebung, die es wollen. Und wie er die Kinder schützend in seine Arme genommen hatte, so sorgte er sich noch um seine Jünger und seine Mutter, als er am Kreuz die Arme nicht mehr schützend um sie legen konnte.
Der am Kreuz hat sich ausgeliefert und ist der Menschheit zum Zeichen geworden, das nicht die, die zuschlagen, Leben bewahren, geschweige denn bringen, sondern die einander in die Arme nehmen und sich vergeben.
Entgegenkommend
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