|
Tag des Lehrers
Alle kennen sie. Die wenigsten lieben sie. Unter manchen haben einige von uns gar gelitten. Ob Latein, Mathe, Pädagogik oder Sachunterricht -
für Schüler sind sie meist nur ein notwendiges Übel: die Lehrer. Aber muss das so sein? Und vor allem: so bleiben?
Heute am 05. Oktober ist der Welttag des Lehrers. (Lehrerinnen dürfen sich sicher auch angesprochen fühlen.) Ausschließlich dieser Berufsgruppe widmet die UNESCO gleich einen ganzen Tag zum Gedenken. Eine Gelegenheit, einmal im Jahr bewusst an Menschen zu denken, die das Leben, zumindest das Schulleben maßgeblich prägen. Über die in vielen Familien heiß diskutiert wird, und denen wir unsere Kinder und somit die Zukunft anvertrauen.
Laut Lexikon sind Lehrer Personen, die vor allem die Aufgabe haben, andere zu unterrichten und zu unterstützen, sich Bildung anzueignen. Ein ehrenvolles Ziel und eine verantwortungsvolle Aufgabe. Nicht selten wird aber mit Spott reagiert. Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei, behaupten böse Zungen.
Schulpflicht ist manchmal für Lehrer schlimmer als für Schüler. Mitunter 30 Kinder nicht nur beim Thema, sondern auch bei Laune zu halten, ist nur eine der täglichen Herausforderungen. Dabei werden Lehrer zum Teil diffamierend im Internet benotet oder sehen sich gar körperlicher Gewaltandrohung ausgesetzt. Fast 30 % der pensionierten Lehrkräfte verlassen wegen Berufsunfähigkeit vorzeitig ihren Dienst.
Wen wunderts: Immer weniger Menschen sind bereit, diesen Dienst zu übernehmen. Lehrermangel ist die Folge. Dabei ist es doch ein himmlischer Beruf, denn Lehrer und zwar nicht nur Reli-Lehrer - sind im Auftrag des HErrn unterwegs. Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer (
) (I Kor 12,28).
Nach diesem biblischen Verständnis üben Lehrer also keinen Halbtagsjob aus. Ihr Beruf ist Berufung. Von Gott eingesetzt haben sie ein besonderes Amt inne, mit einer besonderen Aufgabe. Es geht nicht bloß darum, Wissen zu vermitteln, Vokabeln abzufragen, Klausuren zu stellen oder Noten zu geben. Sondern Lehrer wachen über eure Seelen (Hebr 13,7), so beschreibt die Bibel ihre einzigartige Aufgabe. Sie sollen vor allem Sorge tragen für die Persönlichkeits- und nicht zuletzt die Glaubensentwicklung der ihnen anvertrauten Menschen.
Doch Anspruch und Wirklichkeit, Theorie und Praxis klaffen wie sooft weit auseinander. Lehren und Lernen muss Freude machen und zwar allen Beteiligten. Vielleicht wäre das ja ein Anfang: Ein bisschen weniger für die Schule und dafür mehr fürs Leben lernen. Die Lehrer nicht allein als Wissensvermittler, sondern als Begleiter sehen, denen es weniger um ihr Fach als vielmehr um die Menschen geht. Ein bisschen weniger Druck und ein bisschen mehr gemeinsame Freude. Ein Tag der Lehrer macht für mich nur Sinn in Verbindung mit einem Tag der Schüler. Und das heißt: Lehrer und Schüler gemeinsam feiern einen Tag des Lehrens und Lernens. Die diskutieren ihre Erwartungen und Wünsche, überlegen Verbesserungsvorschläge. Für eine Schule, die allen Spaß macht.
Nicht nur angesichts verkürzter Schulzeit und Pisa-Studie brauchen wir sie nötiger denn je: Lehrerinnen und Lehrer nach biblischem Verständnis! Die keinen Beruf, sondern eine Berufung ausüben. Mit Leib und Seele. Mit dem Herz am rechten Fleck, genügend Rückgrat und nicht zuletzt Gelassenheit und Humor. Menschen, die Freude daran haben, andere auf deren Lebensweg ein Stück zu begleiten. Und die bereit sind, dabei selbst zu lernen. Menschen also, die nicht nur sagen, was sie wissen, sondern immer auch, was sie glauben!
Tag des Lehrers
|