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Die Rückgängig-Taste fürs Leben
Ich sitze am Computer und arbeite an einem Text für den nächsten Tag. Aber irgendwie läuft es nicht so richtig. Ich verändere, lösche was weg, schreibe was neu.
Und finde dann: vorher wars eigentlich doch besser.
Kein Problem: Ein Mausklick, und alles ist rückgängig gemacht. Mein Text sieht aus wie vor ein paar Minuten.
Manchmal denke ich, so eine Rückgängig-Taste, die wäre auch im wirklichen Leben nicht schlecht. Mir fallen auf Anhieb gleich mehrere Situationen ein, da würde ich die Taste gerne mal drücken. Peinliche Momente. Fiese Streitereien. Grandiose Fehlentscheidungen. Klick, klick und alles wäre ungeschehen.
Leider funktioniert das Leben nicht wie ein Computer. Ich kann meine Erfahrungen und Erlebnisse nicht mal eben löschen oder so verändern, wie ich sie gerne hätte. Aber eigentlich ist das auch gar nicht nötig. Weil ich weiß, dass ich zumindest vor Gott nicht perfekt sein muss.
Ihm brauche ich nichts vorzumachen: ich muss meinen Lebenslauf nicht aufhübschen, ich muss meine geheimen Peinlichkeiten nicht verstecken. Gott nimmt mich so, wie ich bin, mit allen Macken und allen Irrwegen, auf die ich manchmal gerate.
Klar, meine Biografie bleibt die gleiche. Und meine Fehler sind nicht einfach weggewischt. Aber es fällt mir leichter, damit zu leben und daran zu arbeiten. Gott sei Dank.
Sprecherin: Christiane Birgden
Die Rückgängig-Taste fürs Leben
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