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Und siehe, er war sehr gut
Und Gott spricht: Kevin Du schaffst das! Denn ich, Dein Gott, habe Dich geschaffen. Und siehe: Du bist sehr gut. Ja, ja ich weiß, angeblich hast Du eine Dyskalkulie.
Wie schreibt man das eigentlich? Ich habe nämlich eine Legasthenie, eine Schreibschwäche. Schon gut, woher sollst Du das wissen, was das ist und wie man das schreibt. Du gehst doch erst in die zweite Klasse. Du hast jedenfalls Probleme mit dem Rechnen und deshalb musst Du jeden Tag Mathe üben. Dabei ist das doch vollkommener Blödsinn. Das hat jetzt sogar ein berühmter Forscher gesagt. Der heißt: Remo Largo. Der hat gesagt das sind Normvarianten von Rechnen und Schreiben, die kann man nicht wegtherapieren. Mit anderen Worten, so was gibt es.
Weißt Du als ich, Dein Gott, den Menschen damals geschaffen habe, habe ich nicht alle gleich gemacht. Und doch sind alle gut, sehr gut. Die einen können besser rechnen, die anderen besser schreiben, die dritten besser klettern. Übrigens verrate ich Dir einen Tipp, Du kletterst doch so gerne, wer viel in Bäumen klettert, der kann auch besser rechnen. Das hat man jetzt heraus gefunden. Ich hoffe, Deine Mama weiß das auch. Das stand jetzt sogar in ganz vielen Zeitungen und Büchern. Ach, da kommt Deine Mama. Wie immer sieht sie super gestresst aus. Jetzt nach den Ferien. Wo der ganz normale Wahnsinn wieder alle gepackt hat der sog. Alltag.
Mama, Mama, Gott hat gesagt: ich sei sehr gut. Und Du bist das übrigens auch.
Was soll der Quatsch denn jetzt schon wieder.
Und Gott spricht: Liebe Anna. Ich weiß, Du bist geplagt von lauter Selbstzweifeln. Deine Kinder entsprechen nicht der angeblichen Norm: Dyskalkulie und ADS. Vergiss den Quatsch. Ich habe den Menschen geschaffen und ich habe extra nicht alle gleich gemacht. Also, dass Dein Anton sich immer bewegen will, ist doch kein Wunder. Es ist Eure Atemlosigkeit, die er versucht auszugleichen. Euren vollen Terminkalender. Euren Leistungswahn. Ich hoffe, Du hast sie jetzt gelesen. Die neusten Erkenntnisse der Hirnforschung. Stichwort: Gerald Hüther aus Göttingen. Was Kinder brauchen sind keine Therapien, sondern emotionale Nähe, Geborgenheit. So wie damals im Paradies. Die Möglichkeit im Jetzt zu leben, sich auszuprobieren, auf Bäumen rumzuklettern, Buden zu bauen, Geheimnisse zu haben, Verstecke, so etwas wie eine Privatsphäre. Und nicht die 100 prozentige Überwachung und Verplanung ihrer Eltern, die sie schon als Bänker, Lackierer, Anwalt oder Oberstudienrat sehen.
27Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. 31Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.
Diese Botschaft ist so alt, so einfach, so paradiesisch. Sie impliziert schon alles, was die Hirnforscher und Pädagogen und Psychologen jetzt endlich oder mal wieder herausgefunden haben. Jedes Kind jeder Mensch ist gut, sehr gut. Er bedarf nur einer natürlichen Umgebung, eines liebevollen Miteinanders und einer ihm gemäßen, aber eben nicht normativ fest gelegten Förderung. Dann wird er sich entfalten, als ein wunderbares Geschöpf Gottes. Das seinem Schöpfer alle Ehre macht. Doch allein es fehlt der Glaube. Das macht aber nichts. Der Glaube ist kein sicherer Besitz. Er kommt und geht, um ihn muss man immer wieder kämpfen, bitten und bereit sein, ihn sich schenken zu lassen. Immer wieder bereit sein, sie neu zu hören, die Zusage Gottes: Und siehe, du, auch du, bist sehr gut. Ein wunderbares Geschöpf Gottes. Und manchmal kann man es auch glauben.
Und siehe, er war sehr gut
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